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Im Kaspischen Meer geht ein iranisches Schiff unter. Es war auf einer für Waffengeschäfte beliebten Route nach Russland unterwegs. Was bekannt ist.
Aşgabat – Die turkmenische Küstenwache hat am Mittwoch (14. Januar) die Besatzung eines iranischen Frachtschiffs gerettet, das auf dem Kaspischen Meer in Seenot geraten war. Das turkmenische Außenministerium berichtete, dass Rettungskräfte alle 14 Besatzungsmitglieder, die aus dem Iran und Indien stammten, in Sicherheit bringen konnten. Wie die Kyiv Post und die Ukrainska Pravda berichten, besteht der Verdacht, dass das Schiff Waffen aus dem Iran nach Russland für den Ukraine-Krieg schmuggelte. Die Route ist für solche Transporte bekannt. Die Gründe für die Seenot sind unbekannt.
Das Kaspische Meer ist eine beliebte Route für versteckte Transporte © IMAGO / Depositphotos
Der Frachter „Rona“ war unter iranischer Flagge zum russischen Hafen Astrachan unterwegs. Satellitendaten zeigen, dass die Rona zwischen Oktober 2024 und Dezember 2025 etwa 20 Mal die russischen Häfen Astrachan, Machatschkala und Asow angelaufen hatte. Sie war von den iranischen Häfen Amirabad und Anzali aus gestartet. CNN deckte 2023 auf, dass die Route durch das Kaspische Meer mutmaßlich für versteckte Waffenlieferungen benutzt wird.
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Hunderte von Schiffen schalten laut CNN auf dieser Route ihre Transponder aus und tauchen unter. „Die meisten Lücken in den Tracking-Daten für Frachtschiffe unter russischer und iranischer Flagge traten in der Nähe der iranischen Häfen Amirabad und Anzali sowie auf der russischen Wolga und in ihrem Hafen in Astrachan auf“, schrieb CNN.
Martin Kelly, leitender Geheimdienstanalyst bei der Sicherheitsfirma EOS Risk Group, erklärte gegenüber CNN, dass für das Mullah-Regime und Wladimir Putin im Kaspischen Meer kein Risiko bestehe. Die Anrainerstaaten „haben weder die Fähigkeit noch ein Motiv, solche Handelsgeschäfte zu unterbinden“. Er fügte hinzu, dass es ein perfektes Umfeld sei, in dem dieser Handel ungehindert stattfinden kann.
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Das ukrainische Militär hat zuvor wiederholt Frachter auf dieser Route angegriffen, die Waffen transportierten. Zuletzt führten ukrainische Spezialeinheiten im Dezember zusammen mit der russischen Widerstandsbewegung Chornaya Iskra (Schwarzer Funke) eine Operation gegen zwei russische Schiffe im Kaspischen Meer durch. Die Schiffe transportierten Waffen und militärische Ausrüstung. Darüber berichtete damals Ukrainska Pravda unter Berufung auf eine Pressemitteilung der ukrainischen Spezialeinheiten.
Und im August 2025 griffen ukrainische Streitkräfte laut Kyiv Post den Seehafen Olya in der russischen Region Astrachan an. Dabei trafen sie ein Schiff, das mit Shahed-Drohnenkomponenten und Munition aus dem Iran beladen war. Olya ist ein bedeutender Logistik-Knotenpunkt für den Import von Militärgütern aus dem Iran. (Quellen: CNN, Ukrainiska Pravda, Kyiv Post) (cdz)