Hamburg – Bindu S. (52) und ihr Sohn Rohit S. (21) durchlebten am Mittwoch einen wahren Alptraum. Die beiden wurden nachmittags von zwei Männern in ihrer Wohnung überfallen, gefesselt, geknebelt und ausgeraubt. In BILD schildern sie den brutalen Überfall in den eigenen vier Wänden.

Falsche Polizisten legten Opfern Handschellen an

„Zwei große Männer standen vor der Tür und gaben sich als Polizisten aus, die bei uns seien, weil wir einen Steuerbetrug begangen hätten“, erzählt Rohit noch sichtlich verängstigt. Der junge Mann hatte sich durch den Türspion noch den Ausweis des mutmaßlichen Polizisten zeigen lassen. „Plötzlich drängten sie meine Mutter und mich in die Wohnung und legten uns Handschellen an. Dann brachten sie uns ins Schlafzimmer, fesselten uns die Hände dort auf dem Rücken und knebelten uns mit Panzertape.“

Polizisten und Retter der Feuerwehr sind angerückt, um Mutter und Sohn zu befreien

Polizisten und Feuerwehr vor der Wohnung der beiden Opfer

Foto: Marco Zitzow

Räuber durchsuchen die ganze Wohnung

Nachdem die Räuber die Mutter und ihren Sohn in dem Zimmer eingeschlossen hatten, durchsuchten sie alle Räume nach Schmuck und Bargeld. Rohit S.: „Sie sagten, hier muss was sein. Sie drängten meine Mutter dazu, ihren Goldschmuck und Erbstücke aus dem Versteck in der Wohnung zu holen.“

Feuerwehrmänner sind mit dem Bolzenschneider im Einsatz, um damit die Handschellen zu öffnen

Feuerwehrmänner sind mit dem Bolzenschneider im Einsatz, um damit die Handschellen zu öffnen

Foto: Marco Zitzow

Räuber entkamen mit Beute in Rewe-Tüte

Die Männer packten alles in eine Rewe-Tüte, griffen sich auch eine Schatulle mit Modeschmuck der Schwester und 1000 Euro aus dem Portemonnaie der Mutter. Danach hauten sie ab und ließen die Gefesselten zurück.

Opfer konnten um Hilfe rufen

„Wir konnten uns schließlich gegenseitig das Panzertape vom Mund entfernen. Ich stieg dann aufs Bett, öffnete mit meinen Händen auf dem Rücken das Fenster und rief um Hilfe“, erzählte der 21-Jährige zu BILD. Zeugen hörten seine Hilferufe und riefen den Notruf 110 der Polizei an.

Der Eingangsbereich des Tathauses ist videoüberwacht und zeichnet jede Bewegung aus Sicherheitsgründen auf

Der Eingangsbereich des Tathauses ist videoüberwacht und zeichnet jede Bewegung aus Sicherheitsgründen auf

Foto: Marco Zitzow

Kurz darauf trafen die Einsatzkräfte am Tatort im Hamburger Stadtteil Osdorf ein. Feuerwehrmänner brachen die Wohnungstür auf, Polizisten fanden die Gefesselten. Die Retter der Feuerwehr befreiten Mutter und Sohn mit einem Bolzenschneider von den Handschellen. Beide blieben glücklicherweise unverletzt.

Die Polizei fahndet nach den beiden Räubern und bittet unter Tel.: 040/428 65 67 89 um Hinweise. Einer der Männer hat Tätowierungen am rechten Unterarm, sein Komplize ein Muttermal unter dem rechten Auge.