Washington/Taipeh – Ein guter Deal für Trump bringt ein Milliarden-Versprechen aus Fernost.

Die Vereinigten Staaten und Taiwan haben ein umfassendes Handelsabkommen geschlossen. Das Handelsministerium verkündete am Donnerstag: Die USA senken den Zollsatz für taiwanesische Waren auf 15 Prozent. Im Gegenzug sagt Taiwan „neue Direktinvestitionen von insgesamt mindestens 250 Milliarden Dollar“ zu, umgerechnet rund 215 Milliarden Euro.

Das Geld soll vor allem in den USA landen. Investiert werden soll in die Halbleiterindustrie und in Künstliche Intelligenz. Nach Angaben des US-Handelsministeriums soll dadurch ein großer Teil des amerikanischen Halbleitersektors wieder zurück in die USA verlagert werden.

USA und Taiwan schließen Halbleiter-Abkommen

Bereits am Dienstag hatte Taiwan eine Grundsatzeinigung mit Washington verkündet. Die taiwanischen Behörden sprachen von einer „bevorzugten Behandlung“ für „Halbleiter, Halbleiterderivate und andere Artikel“ aus Taiwan.

Teil der Vereinbarung sind konkrete Zollregelungen. Der US-Zollsatz für taiwanesische Waren wird auf 15 Prozent begrenzt. Für Generika und deren Inhaltsstoffe, für Flugzeugkomponenten sowie für natürliche Ressourcen, die in den USA nicht verfügbar sind, sollen Zölle von null Prozent gelten.

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Die Gespräche hatten im April begonnen. Damals verhängte US-Präsident Donald Trump (79) Zölle in Höhe von 32 Prozent auf taiwanesische Wirtschafts-Importe, die später auf 20 Prozent reduziert wurden. In der Folge sagte Taiwans Präsident Lai Ching-te (66) zu, die Investitionen in den USA anzukurbeln und die Verteidigungsausgaben Taiwans zu erhöhen.

Wie wichtig der Handel für beide Seiten ist, zeigen die Zahlen. Taiwans Außenhandelsüberschuss mit den USA lag im Jahr 2024 bei knapp 74 Milliarden Dollar, aktuell rund 65,1 Milliarden Euro – der siebthöchste der Welt.

Die Insel exportiert vor allem Informations- und Technologieprodukte in die Vereinigten Staaten.