Am Rande einer Demonstration gegen die Inhaftierung des in der linken Szene als Maja T. bekannten Menschen in Ungarn sind in Berlin mehrere Personen festgenommen worden. Ein Polizeiführer vor Ort sagte dem Tagesspiegel, es habe eine Auseinandersetzung zwischen zwei Personengruppen und mehrere Festnahmen am Moritzplatz gegeben. Wie viele Menschen festgenommen wurden und was der Hintergrund der Auseinandersetzung war, konnte er nicht sagen.
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Die Kundgebung mit anschließendem Demonstrationszug trägt den Titel: „Freiheit für Maja! Freiheit für alle Antifaschist:innen!“ Startpunkt der Demonstration ist laut Ankündigung die Ungarische Botschaft, enden soll der Aufzug vor dem Auswärtigen Amt. Man wolle „auf den skandalösen Prozessverlauf und die ungeheuren Haftbedingungen in Ungarn“ aufmerksam machen, heißt es in einer Ankündigung. Am 22. Januar wird ein Urteil in dem Prozess erwartet.
Am Moritzplatz hat es eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen mit mehreren Festnahmen gegeben.
© Lionel Kreglinger
Maja T. wurde in Jena geboren und identifiziert sich selbst als non-binär. Maja T. war im Dezember 2023 in Berlin verhaftet und 2024 nach Ungarn ausgeliefert worden – obwohl das Bundesverfassungsgericht dies in einem Eilbeschluss untersagt hatte. Doch die Entscheidung aus Karlsruhe erreichte die Behörden wenige Minuten zu spät. Auch im Hauptverfahren erklärte das oberste deutsche Gericht die Auslieferung später für unzulässig.
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Seit Februar 2025 steht Maja T. in Budapest vor Gericht. Die ungarische Staatsanwaltschaft wirft T. vor, im Februar 2023 in Budapest an Angriffen auf tatsächliche und vermeintliche Rechtsextremisten beteiligt gewesen und damit für schwere Körperverletzungen mitverantwortlich zu sein. Die Anklage sieht eine Mitgliedschaft in einer „kriminellen Vereinigung“.
Zuletzt war der Prozess im Oktober 2025 auf Januar 2026 vertagt worden. Der 22. Januar ist als letzter Verhandlungstag vorgesehen, an dem auch ein Urteilsspruch erwartet wird. (Tsp/dpa)