„Viele strahlende Gesichter“
Filiale von Podolski-Kette verschenkt Döner an Obdachlose
15.01.2026 – 16:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Lukas Podolski und eine Szene der Dönerspende von Mittwoch (Symbolfoto): Die Bude am Hohenzollernring spendierte 50 Döner. (Quelle: Imago/Straßenwächter-Montage/t-online)
Großzügige Geste einer bekannten Dönerbude: Für Kölner Obdachlose werden Döner gespendet. Der Verein, der sie an die wohnungslosen Menschen verteilt, beobachtet Veränderungen in der Szene.
Am Mittwoch gab es im Begegnungscafé ZoHus der Kölner Straßenwächter eine besondere Überraschung: Pünktlich zur Öffnung um 15 Uhr wurden 50 Döner der Mangal-Döner-Kette, an der auch der Fußballstar Lukas Podolski beteiligt ist, an die Gäste ausgegeben.
„Es gab so viele strahlende Gesichter und auch ein paar feuchte Augen“, berichteten die Straßenwächter auf ihrer Facebook-Seite. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wurden die Döner halbiert. Podolski selbst war an der Aktion am Mittwoch nicht direkt beteiligt.
Straßenwächter Any, der sich seit Jahren in der Kölner Obdachlosenszene engagiert, erklärt gegenüber der Kölner Lokalredaktion von t-online am Donnerstag den Hintergrund der Aktion: „Wir sind auf der Suche nach Firmen, die mit uns kooperieren, um eine Entlastung für unsere eigene Küche zu finden.“ Die Betreiber der Mangal-Filiale am Hohenzollernring hätten nach einigen Telefonaten Interesse an einer Zusammenarbeit angemeldet.
Zunächst handele es sich bei der Dönerspende um eine einmalige Aktion, möglicherweise könnte daraus aber eine monatliche Unterstützung werden, berichtet Any weiter. Die Straßenwächter sind nahezu jede Nacht in Köln unterwegs – vom Zülpicher Platz über die Ringe und die Ehrenstraße bis zum Neumarkt verteilen sie Essen an Obdachlose.
Any hat in den vergangenen Jahren besorgniserregende Veränderungen in der Obdachlosenszene beobachtet: „Die Leute werden immer jünger, und das Zeug (die Drogen, Anm. d. Red.), das einige nehmen, wird immer ekliger.“
Viele Kölner Obdachlose befänden sich zudem in einem schlechten gesundheitlichen Zustand: Bei seinen Runden durch die Veedel trifft Any wiederholt auf Menschen mit offenen Wunden, die selbst kaum mehrere hundert Meter zu einer Hilfsstation laufen können.
