Video:
Aufräum-Marathon in Peine: Nach dem Schnee kommt der Müll (3 Min)

Stand: 15.01.2026 15:07 Uhr

Schnee und Eis schmelzen in Norddeutschland weiter. Für den Rest der Woche sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) Plusgrade voraus. Am Mittwochabend und in der Nacht zu Donnerstag sorgte überfrierende Nässe gebietsweise aber noch einmal für rutschige Straßen.

In einigen Regionen hat es wegen der Glätte auch vereinzelt Unfälle gegeben. Aus Mecklenburg-Vorpommern meldete die Polizei bis Donnerstagvormittag etwa zehn witterungsbedingte Unfälle. Insgesamt seien dabei vier Menschen leicht verletzt worden.

Bei Flensburg gab es den Angaben zufolge fünf Glätte-Unfälle. In Joldelund (Kreis Nordfriesland) überschlug sich ein Auto, die Fahrerin erlitt schwere Verletzungen. Darüber hinaus gab es in Schleswig-Holstein laut Polizei eher wenige Glätteunfälle. Die Polizei in Hamburg berichtete ebenfalls von nur wenigen kleineren Unfällen. Der Winterdienst war in Hamburg noch einmal mit etwa 100 Leuten unterwegs, um Hauptverkehrsstraßen und ausgewählte Radwege zu streuen.

Ab dem Wochenende wieder Glätte möglich

Der DWD geht davon aus, dass sich die Glättegefahr mit den steigenden Temperaturen im Laufe des Donnerstags überall im Norden legen wird. Die Höchstwerte liegen bei 2 Grad auf Usedom, 4 Grad in Demmin, 6 Grad in Kiel und Bad Sachsa, 8 Grad in Helmstedt und 10 Grad in Georgsmarienhütte.

Auch in der Nacht auf Freitag bestehe bei Werten von plus 1 bis 8 Grad voraussichtlich keine Glättegefahr in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Über das Wochenende könne es im Norden in den Nächten allerdings möglicherweise wieder glatt werden, so der DWD: Gebietsweise könnten die Temperaturen auf den Gefrierpunkt oder darunter sinken, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern und dem Osten von Niedersachen.

Schnee am Strand bei Norden.

Regen? Schnee? Sonne? Sturm? Hier finden Sie das aktuelle Wetter und die Vorhersage für ganz Norddeutschland.

Teils noch Gefahr durch Dachlawinen und Eiszapfen

In den vergangenen Tagen bestand durch das Tauwetter die Gefahr von Dachlawinen und herabfallenden Eiszapfen – vereinzelt muss damit noch immer gerechnet werden.

Einsatzkräfte mussten außerdem mehrfach wegen Wasser in Wohnungen und Kellern ausrücken. Vielerorts konnte das Schmelzwasser nicht gut abfließen, weil Regenrinnen und Abläufe noch zugefroren oder verstopft waren. Es suchte sich andere Wege, lief in Keller, stand auf Straßen oder drang durch die Dächer in Häuser ein.

Es gibt einen Stau vor dem Elbtunnel in Hamburg.

Auf der A7 in Richtung Süden gab es am Morgen wieder eine langen Stau – wegen Reinigungsarbeiten. Hätten die nicht nachts erledigt werden können?

Kein großes Hochwasser erwartet

Der schmelzende Schnee könnte die Wasserstände in Niedersachsens Flüssen Experten zufolge steigen lassen. Auf den teils gefrorenen Böden könne das Wasser nicht so gut einsickern. Gewarnt wurde Mitte der Woche vor Hochwasser in den Flüssen Schwinge, Aue und Lune im Norden des Bundeslandes. Eine größere Hochwasserlage sei aber nicht zu erwarten, teilte der zuständige Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) mit. In den betroffenen Regionen seien die erste oder zweite von drei Meldestufen überschritten. Die zweite Meldestufe bedeutet etwa, dass landwirtschaftliche Flächen überschwemmt werden.

Volksparkstadion wieder freigegeben

In Hamburg hatte das Tauwetter am Dienstag für die kurzfristige Absage des Fußball-Bundesligaspiels HSV gegen Bayer 04 Leverkusen gesorgt. Grund waren wetterbedingte statische Risiken im Stadion – dort konnte Schmelzwasser im Dachbereich nicht ordnungsgemäß ablaufen. Das HSV-Heimspiel gegen Mönchengladbach am Sonnabend kann aber ausgetragen werden.

Unfallbild einer Karambolage von drei Pkw mit Totalschaden in Quickborn in Schleswig-Holstein.

Blitzeis führt zu einer Massenkarambolage auf der A7 und in Hamburg sitzen mehr als 500 Fahrgäste in der S-Bahn fest.

Eisgang auf der Elbe

Auf der Elbe ist die Schifffahrt wegen Eisgangs weiter beeinträchtigt. Die zwischen Darchau und Neu Darchau verkehrende Elbfähre „Tanja“ hatte am vergangenen Sonnabend ihren Betrieb vorübergehend eingestellt. Bei Geesthacht war auch die Binnenschifffahrt eingestellt. Seit Montag sind dort Eisbrecher-Schiffe im Einsatz.

Ein Blick auf die zugefrorene Fahrrinne zwischen Rügen und Hiddensee.

Um den Eisfahrplan der Reederei Hiddensee aufrechtzuerhalten, ist zwischen Vitte und Schaprode ein Eisbrecher unterwegs.

In Mecklenburg-Vorpommern war das Stettiner Haff zu Wochenbeginn vollständig mit Eis bedeckt, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) meldete. Im Greifswalder Bodden nahm das Mehrzweckschiff „Grömitz“ als Eisbrecher seine Arbeit auf. Und auch zwischen Rügen und Hiddensee war zuletzt der Einsatz von Eisbrechern nötig, um den „Eisfahrplan“ aufrechtzuerhalten.

Drei Schülerinnen im Interview

Freitag und Montag fiel der Unterricht in ganz Niedersachsen wegen Schneefall und Eisregen aus. War das nötig?

Eine Fähre fährt durch eine Schneise in Eis auf dem Meer.

Der HSV muss sein Spiel gegen Bayer Leverkusen absagen und in Heiligenhafen zeigt sich, welche Schäden „Elli“ hinterlassen hat.

Eine abgebrochene Schaufel steht neben einem zugeschneiten Auto.

Stürmisch, eisig – aber zwischendurch auch malerisch schön. Die besten Bilder vom Wintersturm über Norddeutschland.