Digitale Vorreiterstadt
Was Nürnberger jetzt alles online erledigen können
16.01.2026 – 06:03 UhrLesedauer: 2 Min.
OB Marcus König und Olaf Kuch, Leiter des Direktoriums für Bürgerservice, Digitales und Recht, zeigen, was Nürnberg in Sachen Digitalisierung kann. (Quelle: Stadt Nürnberg)
Weniger Wege, mehr Klicks: Die Stadt digitalisiert zunehmend den Bürgerservice – und wird damit zum Vorbild für andere. Was das für die Nürnberger konkret bedeutet.
Warteschlangen vor dem Einwohnermeldeamt haben zeitweise zum Nürnberger Stadtbild gehört. Die seien aber inzwischen Vergangenheit, sagten Oberbürgermeister Marcus König (CSU) und Amtsleiter Olaf Kuch am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Nur noch am Mittwochmorgen stünden viele Menschen vor dem Bürgeramt am Rathenauplatz – weil man dann ohne Termin drankomme.
Nürnberg sei bei der Digitalisierung im Bereich Bürgerservice in den vergangenen Jahren deutlich vorangekommen, hieß es bei dem Termin weiter. Bei all dem Fortschritt dürfe aber keiner ausgeschlossen werden, sagt Amtsleiter Kuch. Deshalb stünden am Mittwoch vor dem Bürgeramt die Menschen in der Schlange, die den persönlichen Kontakt wünschen oder etwa Onlinedienste allgemein ablehnen. Kuch betonte, dass man den Menschen die Wahl lassen wolle – zwischen Schalterbesuch und Online-Klick.
Hier gibt’s jetzt Automaten statt Schalter
Vor der Kommunalwahl am 8. März berichteten die Stadtvertreter, dass inzwischen Hunderte Verwaltungsleistungen online verfügbar seien. Darunter fielen viele typische Anliegen des Bürgeramts wie die An- oder Ummeldung des Wohnsitzes, die Beantragung von Führungszeugnissen, Melde- und Aufenthaltsbescheinigungen oder Bewohnerparkausweise. Seit 2020 seien rund 3,4 Millionen Online-Anträge eingegangen. Auch Kfz-Zulassungen ließen sich inzwischen größtenteils digital abwickeln, so Kuch. Dies wird den Angaben zufolge besonders häufig genutzt.
Auch Automatenlösungen gehören dazu: So können Ausweisdokumente in einigen Sparkassenfilialen oder in der Stadtbibliothek kontaktlos abgeholt werden.
Im Vergleich mit anderen Städten steht Nürnberg bei der Digitalisierung gut da. Laut einem aktuellen Smart-City-Ranking gehört die Stadt inzwischen zu den zehn führenden Großstädten in Deutschland bei der Verwaltungsdigitalisierung. Darauf ist man hier besonders stolz.
Digitale Angebote stoßen aber auch an ihre Grenzen, betonte Kuch. „Ein Fingerabdruck lässt sich nicht online abgeben.“ Wer also einen Personalausweis oder Reisepass beantrage, müsse weiterhin persönlich erscheinen. Auch bei komplexeren Anliegen oder in Fällen, in denen eine ausführliche Beratung gewünscht sei, bleibe der Gang zum Amt oft notwendig. „Wir könnten technisch oft mehr, als wir gesetzlich dürfen“, so Kuch.
