Irans Außenminister dementiert HinrichtungspläneIran plant nach Angaben von Außenminister Abbas Araghtschi infolge der Massenproteste keine Hinrichtungen. Es gebe überhaupt keinen Plan, Menschen zu erhängen, „weder heute noch morgen, noch sonst“, sagte Araghtschi in einem Interview des US-Senders Fox News. In der Islamischen Republik Iran werden Todesurteile in der Regel durch Hinrichtungen am Galgen vollstreckt.

US-Präsident Donald Trump hatte Iran zuvor für den Fall, dass festgenommene Demonstranten hingerichtet werden, mit einer entschlossenen Reaktion gedroht. „Wir werden sehr hart reagieren“, sagte er am Dienstag dem Sender CBS News. Am Mittwoch erklärte er dann, die USA hätten die Information erhalten, dass es in Iran keine Pläne für Hinrichtungen gebe. „Uns wurde gesagt, dass die Tötungen in Iran aufhören“, sagte der Republikaner im Weißen Haus. Er hoffe, dass es stimme, betonte Trump.

Der iranische Außenminister erneuerte bei Fox News seinen Vorwurf, dass ausländische „terroristische Elemente“ für die Eskalation bei den Protesten verantwortlich seien. „Wir haben drei Tage lang rein gegen Terroristen gekämpft.“ Er erhob auch den Vorwurf, dass gezielt Menschen getötet worden seien, um Trump in den Konflikt hineinzuziehen. Araghtschi sprach von einem angeblichen israelischen Plan. Er legte in der Sendung keinerlei Belege für diese Behauptung vor. Tatsächlich wurden die Massenproteste in Iran von einer dramatischen Wirtschaftskrise, einer sehr hohen Inflationsrate und großer Unzufriedenheit mit der Führung in Teheran ausgelöst. Irans Sicherheitsapparat schlägt die Massenproteste brutal nieder.

Außenminister Araghtschi sagte, es gebe Hunderte Todesopfer. Genaue Zahlen wolle man bald veröffentlichen. Dem widersprechen Informationen von Aktivisten. Seit Ende Dezember wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo mindestens 3428 Demonstranten getötet. Die Gruppe wies zugleich darauf hin, dass die tatsächliche Opferzahl noch deutlich höher liegen könnte. Tausende Demonstranten sollen festgenommen worden sein.