Stand: 16.01.2026 07:26 Uhr

Hunderte Menschen haben am Donnerstagabend in Niedersachsen gegen das iranische Regime und dessen Vorgehen gegen die Proteste im Iran demonstriert. In Hannover versammelten sich laut Polizei rund 450 Menschen.

Sie forderten unter anderem den Rücktritt des iranischen Religionsführers Ali Chamenei. Die Menschen sind wütend und besorgt um ihre Angehörigen im Iran. Eine Vertreterin des deutsch-iranischen Kulturvereins sprach bei der Kundgebung von einem Massaker an den Menschen im Iran. Der Flüchtlingsrat Niedersachsen fordert derweil von der niedersächsischen Landesregierung einen sofortigen Abschiebungsstopp sowie den Einsatz für einen bundesweiten Abschiebungsstopp. Die aktuellen landesweiten Proteste im Iran würden wie in den Vorjahren vom Mullah-Regime mit äußerster Brutalität niedergeschlagen, heißt es vom Flüchtlingsrat weiter.

Erstes Bundesland im Norden erlässt Abschiebungsstopp

Die Bundesländer haben die Möglichkeit, für bis zu drei Monate eigenständig einen solchen Abschiebungsstopp zu erlassen, für längere Zeiträume braucht es das Einvernehmen des Bundesinnenministeriums. Schleswig Holstein hat am Donnerstag als erstes Bundesland im Norden einen solchen Abschiebungsstopp erlassen.

Aktivisten sprechen von mehr als 3.400 Todesopfern

Sicherheitskräfte, Revolutionsgarden und Milizen im Iran reagieren mit Gewalt unter anderem auf Demonstranten. Berichten zufolge sind bereits Tausende Menschen getötet und unzählige verletzt wurden. Laut Aktivisten ist die Rede von mehr als 3.400 Todesopfern. Außenminister Abbas Araghtschi sagte am Donnerstag in einem Interview mit dem Sender Fox News, dass es keine Hinrichtungen im Zusammenhang mit den Massenprotesten geben soll. Stattdessen sei das Land bereit, mit den USA zu verhandeln. Im Jahr 2025 wurden dem Flüchtlingsrat zufolge im Iran mutmaßlich mehr als 1.500 Menschen hingerichtet, so viele wie noch nie.

Abbas Araghtschi schiebt seine Brille auf der Nase nach unten.

Im Iran wurden viele Menschen bei den Protesten getötet – Hinrichtungen soll es aber nicht geben. Dies zumindest sagte Außenminister Araghtschi im US-Fernsehen. In der Nacht schloss der Iran zeitweise seinen Luftraum.

Diba Mirzaei vom Hamburger GIGA Institut.

Die Proteste könnten das Regime ernsthaft gefährden, sagt Diba Mirzaei vom Hamburger GIGA Institut. Ob eine US-Intervention den Menschen im Iran helfen würde, bezweifelt sie.

Flagge Iran

Das hat Sozialministerin Aminata Touré ab sofort angeordnet. Grund sei die aktuelle Situation im Iran.

In Kiel gibt es eine Demonstration zur Solidarität mit den Menschen im Iran.

Am Welcome Center sind laut Polizei Mittwochabend bis zu 200 Menschen zusammengekommen. Ein Bündnis aus Flüchtlingsrat und ZBBS hatte die Kundgebung angemeldet.

Eine Demonstration von Iranern in Hamburg.

Aus der großen iranischen Community in Hamburg kommt Solidarität für die Proteste im Iran. Eine Aktivistin erklärt, warum.

Dieses Thema im Programm:

NDR Fernsehen | Hallo Niedersachsen | 15.01.2026 | 19.30 Uhr und NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 07.00 Uhr