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Wettermodelle zeigen eine extreme Kältephase. Dauerfrost, zweistellige Minusgrade und leere Speicher machen die Prognose brisant. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Hamm – Bislang zeigt sich das Winter-Wetter unspektakulär. Milde Luftmassen, wenig Niederschlag und Temperaturen oft deutlich über dem Gefrierpunkt prägen das Bild. Doch genau diese Ruhe macht Meteorologen nervös. Die Modelle deuten auf einen markanten Umschwung hin, der Ende Januar (ab 24. Januar) einsetzen könnte. Aus Osteuropa nähert sich kontinentale Kaltluft, trocken, schwer und zäh.
„Da ist etwas im Busch“ – In der letzten Januarwoche rechnen etliche Wettermodelle mit starker Kälte. Hier sehen wir die Prognose der Höchstwerte für Mittwoch, den 28. Januar 2026. © www.wetterzentrale.de
Gelingt es dieser Luftmasse, sich über Mitteleuropa festzusetzen, droht kein kurzer Kälteeinbruch, sondern eine blockierte Wetterlage. Atlantische Milderung würde abgeschnitten, Hochdruck dominiert, die Temperaturen fallen Tag für Tag weiter. Solche Lagen gelten als besonders hartnäckig und sind historisch für lange Frostphasen bekannt, die ganze Regionen wochenlang im Griff behalten können.
Winter-Wetter in Deutschland: Dauerfrost als Belastungsprobe für das Land
Brisant wird die Lage, wenn der Frost nicht nur nachts, sondern auch tagsüber anhält. Dauerfrost bedeutet, dass sich Gebäude nicht mehr erwärmen, Böden tief durchfrieren und der Heizbedarf explodiert. Nächte mit minus zehn bis minus zwanzig Grad sind dann keine Ausnahme, sondern Normalität. Seen und kleinere Gewässer beginnen zuzufrieren, Flüsse bilden Eisränder, Infrastruktur leidet unter Kälte und Materialspannungen.
Gleichzeitig steigt der Energieverbrauch sprunghaft. Heizungen laufen durch, Warmwasser wird dauerhaft benötigt, Industrie und Kraftwerke ziehen hohe Mengen Gas. Genau diese Kombination aus Länge und Intensität macht eine solche Kältephase gefährlicher als kurze Wintereinbrüche.
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Warum die Gasspeicher zum Sorgenpunkt werden
Besonders kritisch ist der Zeitpunkt. Die Gasspeicher sind mitten im Winter nur noch etwa zur Hälfte gefüllt. Das reicht für normale Witterung, wird aber bei zwei Wochen Extremfrost schnell zur Rechenaufgabe. Speicher sind kein endloser Vorrat, sondern ein Puffer für Spitzenlasten. Wird er zu schnell geleert, wächst die Abhängigkeit von laufenden Importen. Technisch ist die Versorgung gesichert, doch der Spielraum schrumpft.
Märkte reagieren nervös, Preise steigen, Reserven für den Februar fehlen. Noch droht keine Gaskrise, aber die Prognose zeigt, wie schmal der Grat ist. Ein blockierter Winter kann aus stabiler Versorgung einen echten Stresstest machen.