Alle Jahre wieder nehmen Menschen sich zum Jahresstart gute Vorsätze vor. Geld sparen, mehr Sport machen und sich gesünder ernähren stehen dabei ganz oben auf der Liste. Wir haben in diversen Geschäften und Fitnessstudios nachgefragt, ob man die guten Vorsätze der Kundinnen und Kunden bemerkt. Einige Produkte sind zum Jahresbeginn besonders gefragt.
Viele Menschen wollen sich zu Beginn des Jahres gesünder ernähren
Der Wunsch nach Veränderungen im neuen Jahr zeigt sich in den Buchhandlungen. Neben Sport und Ernährung zählt die persönliche Weiterbildung zu den häufigsten Zielen für das neue Jahr. Entsprechend hoch ist in einigen Buchhandlungen im Januar daher die Nachfrage nach Ratgebern. „Wir beobachten seit Jahren, dass Ratgeber zu Ernährung und Sport zum Jahresbeginn besonders gefragt sind“, berichtet der stellvertretende Leiter der Thalia-Filiale in der Annastraße, Rafael Ulbrich. „Seit einigen Jahren kommen zudem verstärkt Titel zu den Themen Selbstliebe und Achtsamkeit dazu“. Die erhöhte Nachfrage im Januar sei so verlässlich, dass bereits im Dezember entsprechend geplant und der Bestand gezielt aufgestockt werde. In keinem anderen Monat seien diese Bücher in vergleichbarer Zahl im Laden vorrätig.

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Benedikt Deml, 23, hat gute Vorsätze – allerdings noch nicht für den Januar.
Foto: Daniela de Haen
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Benedikt Deml, 23, hat gute Vorsätze – allerdings noch nicht für den Januar.
Foto: Daniela de Haen
Im Kiosk „Bertsche“ in der Maximilianstraße sind gute Vorsätze zum Jahresbeginn nur bedingt spürbar. „Von dem oft gehörten Vorsatz, mit dem Rauchen aufzuhören, merke ich eigentlich nichts“, sagt Gabriela Lösche aus dem Tabak- und Zeitschriftenladen. Auffällig sei stattdessen ein generell wachsender Sparwille: „Viele Leute drehen ihre Zigaretten inzwischen lieber selbst.“ Das sei allerdings keine Neujahrserscheinung, sondern eine Entwicklung, die sie schon länger beobachte. Kurz darauf kauft der 23-jährige Benedikt Deml ein Päckchen Tabak. Ganz ohne Pläne ist er dennoch nicht: Mit dem Rauchen aufhören wolle er schon – „aber erst in einem Monat“, sagt er lächelnd. Dann ziehe er nach Wien, neue Stadt, alles neu. Das gerade gekaufte Päckchen sei daher wohl eines seiner letzten.
Von einem spürbar veränderten Konsumverhalten im Januar berichtet Daniela Rietzschel vom Rewe-Markt am Königsplatz, den sie als selbstständige Kauffrau betreibt. „Jedes Jahr bestelle ich Anfang des Jahres mehr Obst und Gemüse. Ich plane mit den Vorsätzen der Leute, sich gesünder zu ernähren“, so Rietzschel. Neben Rohkost seien vor allem Säfte, Vitamin-C- und Immunshots sowie Smoothies gefragt. Auch die vorgepackten Eigensalate und die Salat-Bar im Markt erfreue sich im Januar großer Beliebtheit. Süßigkeiten hingegen seien nach ihrer Erfahrung ein Dauerbrenner, und zwar das ganze Jahr über.
Wer gleich zwei gute Vorsätze verbinden will, versucht nicht nur gesund, sondern auch nachhaltig einzukaufen. Genau das spüren die Mitarbeiter von rutaNatur, einem Unverpackt-Laden in der Prinzregentenstraße, zum Jahresbeginn. „Jeden Januar setzten bei uns viele ihre umweltbewussten Vorsätze um und beginnen, verpackungsfrei einzukaufen“, berichtet Mitarbeiterin Nicole Schürzinger. „Natürlich ebbt das bereits meist ab Februar wieder ab, aber einige Stammkunden gewinnen wir doch jedes Jahr dazu.“ Bei der Auswahl der Produkte bemerke man bei rutaNatur allerdings keinen Unterschied, der auf gute Vorsätze schließen lässt. Dies kann jedoch auch am ohnehin bewussten Sortiment des Ladens liegen.
Nicht alle Neukunden aus dem Januar bleiben Fitnessstudios erhalten
Zur Weihnachtszeit mit reichlich Plätzchen und Punsch geraten Sport und Fitness oftmals in den Hintergrund. Doch zum neuen Jahr wandelt sich der Trend: „Mehr Sport machen“ liegt laut einer Statista-Umfrage auf Platz drei der häufigsten Vorsätze. Das bestätigt Antonino Murania, Inhaber von Eddis Fitness im Textilviertel. „Im Januar melden sich tendenziell mehr Menschen bei uns an“, sagt der 45-Jährige. Anfang Januar kommen laut ihm jedoch vor allem die Stammkunden, „die ihr Training in der Weihnachtszeit haben schleifen lassen“, berichtet Murania. Nach und nach kommen dann die motivierten Neukundinnen und -kunden. „Ab Mitte Januar brennt die Hütte“, sagt der Inhaber lachend.
Besonders beliebt seien Fitnessstudios derzeit bei jungen Menschen. „Sport steht immer mehr im medialen Fokus. Ins Fitnessstudio zu gehen, liegt im Trend“, meint er. Etwa 20 bis 30 Prozent der Neukunden aus dem Januar melden sich laut ihm jedoch wieder ab. „Bis Ostern schwappt die gestiegene Nachfrage meist wieder ab“, so Murania. Sein Tipp, um seinen Neujahresvorsatz konsequenter einzuhalten: „Es ist gut, sich nicht alleine anzumelden. Ein Gym-Buddy hilft. Jemand, mit dem man sich fest darüber absprechen kann, wann man ins Fitnessstudio geht, sei es ein Arbeitskollege oder der Partner.“


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Pauline Jung
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