Die magische NBA-Nacht von Berlin. Im ersten regulären Saisonspiel in Deutschland schlug Orlando Magic vor 13.738 Fans aus 61 Nationen in der ausverkauften Uber Arena in Berlin die Memphis Grizzlies mit 118:111.
Nach der Schluss-Sirene herzte Weltmeister Moritz Wagner (28) seine Eltern und seine Oma. Und zeigte im Anschluss mit Mannschafts-Kollege Tristan da Silva (24) auf dem Parkett ein paar Dance Moves. „Das war eine riesen emotionale Überforderung“, gestand der ältere der Wagner-Brüder hinterher.
Fünf Tage lang waren die Berliner in ihrer Heimatstadt die Hauptpersonen, wurden von einem Termin zum nächsten gefahren. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) benannten sogar kurzzeitig die U-Bahn-Station Richard-Wagner-Platz nach Franz und Moritz!
„Es war unglaublich“, staunte Moritz. „Wir haben es die Woche schon oft gesagt, aber die Aufmerksamkeit, die wir diese Woche bekommen – ich weiß gar nicht, ob die gesund ist?! Ich freue mich dann auch, wenn die jetzt wieder ein bisschen runtergeht …“
NBA: Orlando Magic Bei der magischen Basketball-Nacht in Berlin: Worauf Moritz Wagner neidisch war …
Nach der Partie lief die Wagner-Brüder zu ihrer Mutter Beate und ihrer Oma
Foto: Bill Menzer
Im Vorfeld gab es bei der NBA mehr als 200.000 Ticket-Anfragen. Die Wagners selbst kauften für Freunde und Familie mehr als 200 Karten im Wert von über 10.000 Euro! Trotz des ganzen Trubels den Fokus auf dem Sport zu behalten, sei eine fortwährende Herausforderung gewesen. Moritz: „Du kriegst ja diese Möglichkeit nicht oft und natürlich willst du es auch irgendwo genießen. Aber auf der anderen Seite musst du auch Jaren Jackson verteidigen. Da ist schon eine gute Balance aus Fokus und Spaß notwendig. Ich bin ja generell jemand, der sich ganz gerne ablenkt. Da kostet es mich schon viel Energie, mich zu fokussieren, aber ich glaube, das haben wir ganz gut hinbekommen.“
Für Franz (24) war es zudem die erste Partie nach einer Knöchelverstauchung. Das ganze Magic-Team brauchte eine Hälfte, um sich ins Spiel zu kämpfen. Im Schlussviertel ging Franz dann voran, machte 13 seiner 18 Punkte. „Mental ist viel auf uns eingeströmt diese Woche“, sagte der Magic-Star. „Sich von einer Verletzung zurückzuarbeiten, ist auch nie einfach. Es war eine sehr emotionale Woche und auch eine sehr anspruchsvolle Woche, weil wir viel gemacht haben, um das meiste aus unserer Zeit hier herauszuholen.“

Selbst vier Grizzlies können Anthony Black nicht daran hindern, den Ball in den Korb zu stopfen
Foto: NBAE via Getty Images
Sportlicher Höhepunkt des Abends war ein irrer Dunk von Guard Anthony Black (21), der den Ball über vier (!) Spieler der Grizzlies in den Ring stopfte. Die Magic-Bank sprang auf – und sogar die TV-Kommentatoren aus den USA riss es nach dem Slam des (jungen) Jahres von ihren Sitzen. Bei jeder Wiederholung auf dem Videowürfel wurde das Raunen in der Arena lauter.
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Überrascht sei er von dem Move nicht gewesen, gab Mo Wagner später grinsend zu Protokoll. „Ich bin eifersüchtig. Er hat das schon viele Male gezeigt. Wir sagen ihm immer, er soll in Transition aggressiver sein, weil er diesen Burst hat. Er ist ein unglaublich talentierter Spieler und ich bin froh, ihn auf meiner Seite zu haben.“
Am Freitag flog der Tross im Charterflieger weiter zum nächsten Spiel in London. In zwei Jahren will die NBA nach Berlin zurückkehren. Sehr zur Freude von Fußball-Idol Jürgen Klopp (58), der in der ersten Reihe saß: „Es scheint so, als wäre Deutschland bereit für viel großen Basketball.“