Er hat sehr selten Auslauf, deshalb sollte man sich gut notieren (ab 19. Juni), wenn er seinen Rundgang dreht: Über 500 Jahre alt ist der Feldhase von Albrecht Dürer und er verbringt seine Tage fernab des Tageslichts und Dermatologen dürfen sich bestätigt fühlen – fernab der Sonne bleibt man eben jung. „Nur“ halb so alt ist die Kunstinstitution Albertina, die heuer ihr 250-jähriges Bestehen feiert und deshalb auch den Hasen zeigt. Von Maria Lassnig gibt es ein „Selbstportrait mit Hase“, das sich ziemlich sicher nicht in der Sammlung der Albertina befindet, aber dafür andere der Kärntnerin und die kommen selbstredend in die engere Auswahl für die Ausstellung „Künstlerinnen der Albertina“ (Ende Oktober). Apropos Lassnig: Ihr Werk trifft Ende März in der Hamburger Kunsthalle auf jenes von Edvard Munch – eine eher düstere emotionale Verdichtung ist garantiert. Die Sammlung Verbund widmet sich mit „Care Matters“ (ab 12. März) in der Albertina der künstlerischen Auseinandersetzung mit Care-Arbeit, die in hohem Maß von Frauen gemacht wird.

Renate Bertlmann and Maria Lassnig, S2 London Gallery, London, UK London, UK. 25 April 2017. Pictured: A staff member views the painting Untitled (Selbstportrait mit Hase, self-portrait with rabbit), 2003 by Maria Lassnig. SothebyÖs presents two solo exhibitions by Austrian artists Renate Bertlmann and Maria Lassnig at S2 London gallery. Both artists are key figures in the current discussions around the re-evaluation of female artists of the post-war period. The exhibition runs from 27 April to 2 June 2017. S2 is the private sale and gallery arm of Sotheby s Contemporary Art Department.




Maria Lassnig: Selbstportrait mit Hase (2003). Links: Mumienmaske, (3.–1. Jh. v. Chr.)


© Imago, KHM

Seine Arbeiten sind wie für Instagram gemacht: Die Skulpturen des US-Künstlers KAWS treten in der Schau „KAWS Art & Comix“ (ab 3. April) in Dialog mit Künstlerinnen und Künstlern, deren künstlerische Praxis von der Welt der Comics beeinflusst wurde. Sein Blick auf das Urbane ist nicht nur kunsthistorisch einzigartig, sondern auch ein Brennglas auf das Urbane seiner Zeit: Mit „Canaletto & Bellotto“ (ab 24. März) huldigt das Kunsthistorische Museum den Stadtansichten von Canaletto und seinem Neffen Bellotto.

Mumienmaske, (3.–1. Jh. v. Chr.)




Mumienmaske, (3.–1. Jh. v. Chr.)


© KHM

Kleopatra, Caesar & Co.

Einem Geschichtskrimi folgt die Ausstellung „Tatort Ephesos“ (ab 20. Oktober), die ausgehend vom Mord an Arsinoë, der Schwester Kleopatras, den Schlüsselspielern einer ganzen Epoche nachspürt: Caesar, Marc Anton und Augustus. Das Leopold Museum holt sich für seine Frühjahrsausstellung einen Kapazunder ins Haus: Gustave Courbet. „Realist und Rebell“ (ab 19. Februar) zieht den richtigen Bogen um einen Künstler, der sich im aufkommenden Impressionismus den nötigen realistischen Blick bewahrt hat. Sein Bild „Der Ursprung der Welt“ (L‘Origine du monde) von 1866 ist heute mancherorts noch ein Aufreger – es zeigt den nackten Unterleib einer Frau.

Sandra Mujinga, Spectral Keepers, The Approach, London, 2021




Sandra Mujinga, Spectral Keepers, The Approach, London, 2021


© Plastiques, Courtesy Sandra Mujinga und The Approach

March 14 2023: KAWS Share Black Vinyl Designer Art Toy Released February 25th, 2020 on kawsone.com artist name Brian Donnelly




KAWS wird in der Albertina Modern zu sehen sein


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Darüber kann Florentina Holzinger wohl nur lachen, die Performance-Künstlerin, die sich auch körperlich intensiv mit dem weiblichen Körper auseinandersetzt, wird heuer bei der Biennale (9. Mai bis 22. November) den österreichischen Pavillon bespielen. Wenig verwunderlich, das Wasser wird eine zentrale Rolle dabei spielen.

 Theaterregisseur Christoph Schlingensief GER in der Berliner Volksbühne




Theaterregisseur Christoph Schlingensief (1960-2010), das MAK widmet ihm heuer eine Ausstellung


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Im Belvedere wird es mit den Landschaftsbildern von Ferdinand Georg Waldmüller (ab 27. Februar) klassisch, aber mit den Skulpturen von Sandra Mujinga im Belvedere 21 düster-gruselig (ab 29. Jänner). Mit „Feminist Futures Forever“ (5. November) erinnert man an die Ausstellung „Kunst mit Eigen-Sinn“ in den 1980er-Jahren. Aktuell läuft im MAK noch die sehenswerte Helmut-Lang-Ausstellung, heuer widmet man sich unter anderem einem Kapazunder, der in dieser explosiven Gegenwart an allen Ecken und Enden fehlt: Christoph Schlingensief (ab 19. Mai). Im Gartenpalais Liechtenstein zeigt man ab 30. Jänner in der Sonderausstellung „Noble Begierden“ die Geschichte des europäischen Kunstmarktes. Bei freiem Eintritt sind Größen wie Tizian, Rembrandt und Monet zu sehen.

Antonio Canal, gen. Canaletto: Die Riva degli Schiavoni in Venedig (1724/30)




Antonio Canal, gen. Canaletto: Die Riva degli Schiavoni in Venedig (1724/30)


© KHM-Museumsverband

Der Mann mit der Pfeife (um 1849) von Gustave Courbet




Der Mann mit der Pfeife (um 1849) von Gustave Courbet


© Musée Fabre de Montpellier Méditerranée Métropole/Frédéric Jaulmes