Das Forum Wegberg ist schon gut gefüllt. Rot und weiß, weiß und rot, blau, grün und schwarz sind die Kostüme, die aus der Menge leuchten. Die Mitglieder der verschiedenen Karnevalsgesellschaften waren schon weit vor Beginn des Abends erschienen und verteilten sich durch den Raum. Mit der Eröffnung der Veranstaltung durch Bürgermeister Christian Pape lösten sich die ringsum stehenden und munter unterhaltenden Gruppen auf und wendeten sich der Bühne zu, die mit roten Girlanden, Karnevalsdeko und großen Plakaten vom „KG Flöck-op 1878“ dekoriert war.

Vertreten waren an diesem Abend aber eine Reihe von Gesellschaften, um der Verleihung der Bürgermeisterorden beizuwohnen: Die Dorfgemeinschaft Hei on Klei Gerichhausen , die KG De Maiblömkes Dalheim, die KG Flöck op Wegberg, die KG Laakebüll RathAnhoven und die KG Sonn Männ Klinkum. Damit kam der Moderator nicht umhin, mit den ‚Schlachtrufen‘ zu beginnen, bevor die restlichen Anwesenden ebenfalls mit gebührendem Applaus begrüßt wurden: Aufgrund einer Sonderehrung waren nämlich noch der Präsident vom Bund Deutscher Karneval, „der höchste Karnevalist“, wie Pape verkündete, der Präsident vom Verband der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise und sein Vizepräsident neben einer Reihe von weiteren besonders begrüßten Gästen da.

Mit den Worten „Wir kommen nun zu den Ehrungen“, ließ der Bürgermeister die Reihen prompt noch stiller werden. Dabei sollten diese fünf Ehrungen exemplarisch für alle anderen stehen, erklärte Christian Pape. Denn obwohl diese fünf ehrenamtlichen Karnevalisten und Karnevalistinnen auf besondere Art gedient hätten, erkenne er auch die harte Arbeit und das enthusiastische Engagement aller anderen an.

Geehrt mit dem Bürgermeisterorden wurden Lukas Schüpper, Ilona Rollert, Udo Merbecks, Anja Heinen und Heike Wenzgoll. Letztere sei die diesjährige Prinzessin des KG Laakebüll und die einzige Tollität im Stadtgebiet. Für die Prinzessin, die übrigens die erste alleinige erwachsene Prinzessin seit Gründung des Vereins sei, war diese Verleihung des Ordens allerdings eine Überraschung. Ihr wurde nämlich gesagt, dass sie allein als Prinzessin da sein sollte. Als Heike Wenzgoll dann anstelle des ihr genannten Vereinsmitgliedes aufgerufen wurde, war die Überraschung groß – ungläubig schüttelte sie den Kopf und ging auf die Bühne. Als Pape sie dort strahlend empfing, musste er schmunzelnd kommentieren: „Wo kommen wir denn hin, wenn wir schon jetzt weinen?“ Die Tränen, die hin und wieder diskret weggewischt wurden, waren aber glückliche. Mit warmen Worten und überschwänglichem Applaus wurden die Geehrten auf der Bühne begrüßt und die Verleihung der Orden abgehalten. Dabei hatte der Bürgermeister ausführliches Lob und abwechslungsreiche Geschichten über jeden der fünf parat. Heike Wenzgoll jedenfalls wurde von ihren Vereinskollegen freudig beglückwünscht. Die Überraschung sei gerade noch so gelungen, obwohl es schwierig gewesen sei, sie aufrechtzuerhalten. Denn Wenzgoll habe sogar vorgeschlagen, die Laudatio für den angeblichen Ordensempfänger zu schreiben.

Eine weitere Überraschung sei ebenfalls gerade so gut gegangen: die Sonderehrung des Abends. Denn die Herrschaften der Karnevalsverbände seien nicht ohne Grund da, wie sehr man Wegberg auch bewundern könne und das tue. Die Angesprochene habe mit „Herz und Engagement“ die Kultur maßgeblich mitgeprägt, sei jahrelang in unterschiedlichen Gesellschaften tätig gewesen und meistens Schatzmeisterin gewesen. Man könne „gar nicht alles aufzählen“, sonst würde man „länger reden als der Bürgermeister, und das gehört sich nicht“, verkündete der Vizepräsident des VKAG unter amüsiertem Gelächter, der gar nicht genug die unzähligen Errungenschaften, die zu der Sonderehrung geführt haben, aufzählen konnte. Nachdem er die Spannung der Anwesenden gebührend geschürt hat, verkündete er endlich den Namen und bat Steffi Kessel auf die Bühne. Unter tosendem Applaus wurde die letzte Ehrung des Abends vorgenommen und allen Akteuren und Moderatoren gedankt.

Applaus bekamen auch die Garderänzerinnen der KG De Maiblömkes zuteil, die mit ausgezeichnet synchronisierten Tänzen und schönen Küren das Publikum begeisterte. Zum Abschluss der Ordensverleihung wurde zu einem Umtrunk eingeladen, bei dem die begeisterten Karnevalisten noch den Abend ausklingen lassen können. Denn „wichtig ist, dass wir aufeinander zugehen, uns in den Arm nehmen, uns Lebensfreude schenken“, so der Bürgermeister Christian Pape.