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Seit der Verhängung der US-Sanktionen gegen Lukoil und Rosneft erleidet Russlands Wirtschaft immer mehr Verluste. Das Geschäft mit dem Öl floriert nicht mehr.
Moskau – Der Handel mit russischem Öl geht zurück: Neuen Schiffsdaten zufolge haben russische Ölkonzerne weiterhin Probleme, ihr Öl an die Exporteure zu verkaufen, geschweige denn Abnehmer zu finden. Mit russischem Öl beladene Tanker bekommen ihre Fracht nicht los, während Kremlchef Wladimir Putin sich um die Wiederbelebung des Ölhandels zwischen Russland und Indien bemüht.
Russlands Wirtschaft drohen Verluste: Tanker werden Putins Öl nicht los nach Trump-Sanktionen
Wie Bloomberg berichtet, exportierte Russland von Ende Dezember 2025 bis Mitte Januar 2026 3,42 Millionen Barrel Öl pro Tag. Das sind etwa 450.000 Barrel pro Tag weniger als vor Weihnachten 2025. Allerdings sind die Ölexporte trotzdem höher als die Durchschnittsmenge des gesamten Vorjahres (2025). Im Tagesdurchschnitt sanken die Lieferungen auf 3,12 Millionen Barrel pro Tag.
Problematischer als die Exportzahlen sind jedoch die festsitzenden Öltanker. Weil viele mit russischem Öl beladene Tanker im Zuge der US-Sanktionen längere Fahrten nach China anstatt nach Indien unternehmen, kommt es zu Verzögerungen beim Entladen des Öls. Bloomberg zufolge erreichte die Menge russischen Rohöls auf See neue Höchststände. Die Gesamtmenge des in Tankern gelagerten russischen Öls habe einen Rekordwert von 216 Millionen Barrel erreicht. Seit Dezember 2025 dümpeln mindestens zwölf mit Urals-Rohöl beladene Schiffe vor der Küste Omans und warten auf Abnehmer. Diese Entwicklung könnte eine Folge der jüngsten US-Sanktionen sein.
Putins Ölgeschäft kommt ins Wanken. © © IMAGO / SNA / ArchivbildTrumps Sanktionen schwächen Russlands Wirtschaft und den Ölhandel
US-Präsident Donald Trump hatte zuletzt Sanktionen gegen die russischen Ölkonzerne Lukoil und Rosneft verhängt und jeglichen Handel mit den beiden Firmen unter empfindliche Strafen gestellt. Daraufhin haben indische und chinesische Raffinerien angekündigt, den Ölhandel mit Russland einzustellen.
Laut Informationen von Bloomberg haben sich Vertreter staatlicher indischer Raffinerien im November 2025 mit Vertretern staatlicher Ölkonzerne aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) getroffen. Am Rande einer Energiekonferenz in Abu Dhabi zeichneten sich offenbar Aussichten auf eine Zusammenarbeit ab. Die Produzenten aus dem Nahen Osten haben laut Bloomberg-Informationen die Lieferung von Öl zugesichert.
Westen will Putins Einnahmequellen dämpfen – und setzt vor allem beim Öl an
Seit Ausbruch des Ukraine-Kriegs macht es sich der Westen zum Ziel, den russischen Ölhandel zu schwächen. Die 2022 beschlossene Ölpreisobergrenze wurde von 60 auf 47,60 Dollar pro Barrel abgesenkt und sieht vor, dass russisches Öl maximal zu diesem Preis gehandelt werden darf. Doch unlängst wurde bekannt, dass Putin diese Maßnahme mithilfe seiner Schattenflotte umgeht. Die Schattenflotte ist für zwei Drittel der Ölexporte verantwortlich, besonders die Öllieferungen über den Seeweg stiegen zuletzt an. Noch im Oktober 2025 erhöhten sich Chinas Ölimporte laut einer Analyse des Center for Research on Energy and Clean Air im Vergleich zum Vormonat um 21 Prozent.