„Bedauerliche Wissenslücke“

Ursache für Deckeneinsturz in Brander Schwimmhalle steht fest

16.01.2026 – 15:01 UhrLesedauer: 2 Min.

Das kleine Becken in der Brander Schwimmhalle: Am Sonntag fielen Deckenteile herunter.Vergrößern des Bildes

Das kleine Becken in der Brander Schwimmhalle: Am Sonntag fielen Deckenteile herunter.

Alle städtischen Schwimmhallen wurden untersucht. Dabei wurden nicht nur in Aachen-Brand Schäden entdeckt.

Nach dem Herabstürzen von Deckenteilen in der Schwimmhalle Aachen-Brand am vergangenen Sonntag hat die Stadt in dieser Woche alle städtischen Schwimmhallen überprüft. Wie aus einer Pressemitteilung am Freitag hervorgeht, sei dabei in die Hohlräume und Konstruktionen der Decken geblickt worden, um Schäden wie in Brand auszuschließen. Für die Überprüfungen seien in den vergangenen Tagen externe Experten hinzugezogen worden – darunter ein Statiker.

In der Deckenverkleidung der Brander Schwimmhalle wurden demnach Korrosionsschäden festgestellt, die zeitnah saniert werden müssen. Die Schäden sind neuesten Erkenntnissen zufolge die Ursache für den Einsturz.

Zuletzt sei die Decke über dem großen Becken vor rund 15 Jahren saniert worden. Warum eine Sanierung über dem kleinen Becken, wo die Deckenteile herabgestürzt waren, seitdem nicht angegangen wurde, werde überprüft. Man gehe derzeit davon aus, dass dies auf eine „bedauerliche Wissenslücke aufgrund von lange zurückliegenden Personalwechseln“ zurückzuführen sei. Derartige Dokumentationslücken wolle die Stadt künftig durch neue digitale Lösungen schließen.

Die letzte Überprüfung der Schwimmhalle sei im November 2025 erfolgt, der entstandene Schaden lasse sich bisher nicht beziffern. Man arbeite intensiv daran, dass die Halle „schnellstmöglich wieder öffnen kann“, so Oberbürgermeister Michael Ziemons. Man gehe aber davon aus, dass sie kurzfristig wieder in Betrieb gehen wird. Dafür sollen zeitnah provisorische Leuchten – ohne entsprechende Deckenschallschutzelemente – installiert werden.

Auch in der Ulla-Klinger-Halle wurden bei den Überprüfungen in dieser Woche Korrosionsschäden festgestellt. Die Prüfung eines Statikers habe allerdings ergeben, dass die Halle vorerst in Betrieb bleiben kann. Allerdings müsse die Decke zeitnah zurückgebaut werden, weswegen sie bald erneut gesperrt wird. Die Halle war bereits am Donnerstag und Freitag kurzfristig geschlossen worden, ab Samstag ist sie erst einmal wieder geöffnet.

Auch die vier städtischen Lehrschwimmbecken sowie das Becken der Förderschule „Kleebachschule“ in Walheim, das die Stadt im Auftrag der Städteregion Aachen betreibt, wurden diese Woche untersucht. Daraus habe sich ergeben, dass auch das Becken in der Grundschule Walheim intensiver geprüft werden müsse, da die Deckenkonstruktion nicht leicht einsehbar ist. Zeitnah wird es hier deswegen zu Einschränkungen kommen.