New York (USA) – Es gilt als Ikone des Art-Déco-Stils und zieht jedes Jahr Tausende Touristen an. Doch ausgerechnet für dieses Wahrzeichen findet sich kein Käufer.
Das Chrysler Building in Manhattan ist einer der bekanntesten Wolkenkratzer der Welt, ein Blickfang in der Skyline von New York. Errichtet wurde es kurz vor der Weltwirtschaftskrise von 1929 – in nur zwei Jahren Bauzeit. Im April 1930 zogen die ersten Mieter ein. Mit 318 Metern war das Gebäude damals kurzzeitig das höchste der Welt. Erst ein Jahr später wurde es vom Empire State Building übertroffen.
Unverwechselbar ist die Dachkrone aus rostfreiem Stahl. Die Architektur steht für Fortschritt und Moderne. Zwar wurde die Aussichtsplattform schon 1945 geschlossen, doch das Gebäude blieb ein Touristenmagnet – bis heute. Auf rund 117.000 Quadratmetern arbeiten Anwaltskanzleien, eine große Künstleragentur und Coworking-Anbieter. Insgesamt hat das Hochhaus 77 Etagen.

Ein Wahrzeichen des Big Apple: das Chrysler Building
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Warum niemand die Immobilie haben will
Die Käufersuche für die Immobilie läuft bereits seit Mitte 2025. Maklerin Ruth Colp-Haber von Wharton Property sagt laut US-Finanzmagazin „Barron’s“, das Chrysler Building sei zwar „wunderschön“, habe aber „viele technische Probleme“. Ihre Einschätzung: „Nötig wären viele Renovierungsarbeiten und viel Geld.“ Mieter berichten von altmodischen, engen Büros mit kleinen Fenstern. Farbe blättert von den Wänden, Decken sind rissig, Aufzüge fallen aus. Sogar über unsauberes Wasser aus Wasserspendern sowie Mäuse- oder Rattenbefall wird geklagt.
Im September 2024 hatte ein New Yorker Gericht die bisherigen Eigentümer, darunter die österreichische Signa-Gruppe von René Benko, wegen Zahlungsrückständen von mehr als 20 Millionen US-Dollar enteignet.

Funkelndes Art-Déco-Design: die Dachkrone aus rostfreiem Stahl
Foto: Universal Images Group via Getty Images
Wolkenkratzer zum Schnäppchenpreis
Das Konsortium aus RFR und der Signa-Gruppe hatte das Gebäude 2019 für gerade mal 151 Millionen Dollar gekauft. 2008 hatte der Abu-Dhabi-Staatsfonds ADIC für 90 Prozent des Gebäudes noch 800 Millionen Dollar gezahlt. Daher galt der letzte Kaufpreis als Schnäppchen.
Laut der Immobilienseite „Metro Manhattan 2004“ könnten die Neubaukosten für ein vergleichbares Gebäude bis zum Zehnfachen betragen. Tatsächlich sind die Kosten für das Bauen seit der Corona-Pandemie nicht nur in den USA explodiert. So soll etwa der geplante Elbtower in der Hamburger HafenCity, der inzwischen auf nur noch 52 Etagen und 200 Meter Höhe gestutzt wurde, dennoch knapp eine Milliarde Euro kosten.
Mehr zum ThemaWas den Käufer des Wahrzeichens erwartet
Ein großes Problem bleibt das Grundstück an der Lexington Avenue. Es gehört seit 1902 der Cooper Union, einem College. Der Eigentümer des Chrysler Building muss dafür jährlich Erbpacht zahlen. 2018 waren es noch 20,1 Millionen Dollar, inzwischen sind es 32,5 Millionen Dollar pro Jahr. Zusätzlich steht das Gebäude seit 1978 unter Denkmalschutz. Jede bauliche Veränderung an Fassade oder Innenräumen muss also genehmigt werden.