China hat seine Stromimporte aus Russland zum 1. Januar eingestellt. Laut der russischen Zeitung „Kommersant“ sind gestiegene Exportpreise der Grund. Diese übersteigen mittlerweile die niedrigeren Stromkosten in China.
Die russische Energiegesellschaft Inter RAO lieferte bisher jährlich rund 4 Milliarden Kilowattstunden Strom aus dem Fernen Osten Russlands an die chinesische State Grid Corporation. Die bestehenden Lieferverträge laufen bis 2037, doch „Kommersant“ berichtet, dass eine Wiederaufnahme der Exporte in diesem Jahr unwahrscheinlich sei.
Inter RAO betont jedoch, dass die Verträge weiterhin gültig sind und man in engem Austausch mit den chinesischen Partnern stehe. Laut „Kommersant“ könnten die Exporte wieder aufgenommen werden, wenn China eine Anfrage mit einem für beide Seiten vorteilhaften Abkommen stellt.
Russlands Strompreise steigen um 42 Prozent
Russlands Energieministerium erklärt, dass die Versorgung der Wirtschaft im Fernen Osten Priorität habe. Die Zeitung führt die Preissteigerung von 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf eine Marktliberalisierung in der Region zurück. In China hingegen bleiben die Strompreise stabil bei etwa 350 Yuan (43,20 Euro) pro Megawattstunde.
Die wirtschaftliche Beziehung zu China ist für Russland seit Beginn des Ukraine-Kriegs essenziell. Trotz internationaler Sanktionen kauft China weiterhin russisches Öl, Gas und Kohle und liefert Autos sowie Technologie nach Russland. Laut Daten der chinesischen Zollbehörde erreichte der bilaterale Handel 2024 einen Wert von 234 Milliarden US-Dollar, trotz eines Rückgangs im Vergleich zu vorherigen Jahren.