
Finanzminister Klingbeil war vor einigen Tagen in den USA. Auf der Hinreise wurde sein Flieger von dänischen Kampfjets angeflogen. Auf Anfrage des ARD-Hauptstadtstudios hat die dänische Luftwaffe jetzt erklärt, warum.
Am vergangenen Sonntag ist Bundesfinanzminister Lars Klingbeil in die USA gereist. Kurz nach dem Start in Berlin näherten sich dem Regierungsflieger, mit dem der Vizekanzler und SPD-Vorsitzende unterwegs war, zwei dänische F35-Kampfjets. Sie begleiteten das Flugzeug minutenlang; die Kampfjetpiloten grüßten per Handzeichen.
An Bord des Regierungsfliegers wurde mitgeteilt, das sei eine routinemäßige Kontrolle, die kurz zuvor angekündigt worden sei. Unklar war allerdings: Wusste Dänemark, dass Vizekanzler Klingbeil an Bord war?
Dänische Luftwaffe: Nicht gewusst, wer an Bord ist
Auf Anfrage des ARD-Hauptstadtstudios hat dazu eine Sprecherin der dänischen Luftwaffe jetzt mitgeteilt: Nein, das habe man nicht gewusst. Gewusst habe man nur, dass es sich um einen deutschen VIP-Flug handelte.
Und wörtlich: „It was for us training and a friendly hello to our allies from Germany“, übersetzt: „Für uns war das ein Trainingseinsatz und ein freundliches Hallo an unsere Verbündeten aus Deutschland.“ Finanzminister Klingbeil hatte vor der Reise Dänemark und Grönland seine Solidarität zugesichert und angekündigt, das bei seinen Gesprächen in den USA auch deutlich zu machen.
Grund der Reise war ein Treffen zahlreicher Finanzminister, zu dem die USA kurzfristig eingeladen hatten. Vor Ort wurde über den Zugang zu kritischen Rohstoffen gesprochen.
Verteidigungsministerium: Grundsätzlich nicht ungewöhnlich
Dass Kampfflugzeuge zu Trainingszwecken auch Regierungsflieger ansteuern, sei grundsätzlich nicht ungewöhnlich, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums auf Anfrage. Man würde das im Vorfeld beim Piloten anfragen.
Auch die Bundeswehr, die für solche Abfangmanöver Eurofighter in Laage in Mecklenburg-Vorpommern und in Neuburg an der Donau in Bayern bereitstehen hat, würde das tun. Gerade verbündete Staaten würden da häufig ihr Okay geben. Zivile Airlines würden hingegen kaum angefragt, da es dort die Sorge gebe, dass Passagiere, beispielsweise an Bord eines Urlaubsfliegers, Angst bekommen.
Regierungsflieger werden in Deutschland von der Luftwaffe betrieben. Im Ernstfall, also wenn nicht trainiert wird, sind solche Abfangmanöver dafür da, Flugzeuge zu kontrollieren, mit denen beispielsweise der Funkkontakt abgebrochen ist oder die ihre Transponder ausgeschaltet haben.
Die US-Reise des Finanzministers und das derzeit konfliktreiche transatlantische Verhältnis sind auch Themen in der neuen Folge des Podcasts Berlin Code:
