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Der Streit um Grönland hält an. Trump beansprucht die Insel für sich und die USA. Kritik erfolgt von Russland. Das von Putin geführte Land droht mit Konsequenzen.
Moskau/Washington, D.C. – Jedes Jahr schreibt seine eigenen Geschichten, heißt es im Volksmund. 2026 steht dabei bislang ganz im Zeichen von Donald Trump. Der US-Präsident ließ zu Jahresbeginn Venezuela angreifen und den dortigen Machthaber Nicolás Maduro festnehmen und verschleppen.
Ringen um Grönland: US-Präsident Donald Trump (links) und Kremlherrscher Wladimir Putin. © Julia Wäschenbach/dpa/AdMedia/SNA/imago/Montage
Kurz darauf machte Trump mit dem US-Anspruch auf Grönland von sich reden. Rein rechtlich gehört die Insel zwischen dem Nordatlantik und dem Nordpolarmeer dem Königreich Dänemark. Seit 2009 aber ist Grönland weitgehend autonom mit eigener Regierung und Parlament, das über fast alle inneren Angelegenheiten entscheidet. Das hindert Trump wiederum nicht daran, die riesige Insel für sich zu beanspruchen – nicht zuletzt zum Unmut Russlands.
Trump will sich Grönland einverleiben – Putins Russland reagiert mit Drohungen
Denn auch im Reich von Kreml-Herrscher Wladimir Putin stößt das US-amerikanische Interesse an Grönland auf großes Missfallen. In Anbetracht von Trumps Ansprüchen auf die Arktis-Insel warnt Moskau nun vor einem Übergehen russischer Interessen. „Alle Versuche, die Interessen Russlands in der Polarregion zu ignorieren, vor allem im Bereich der Sicherheit, werden nicht ohne Antwort bleiben und sehr weitreichende Folgen haben“, heißt es in diesem Zusammenhang von Maria Sachsrowa, der Sprecherin des russischen Außenministeriums. Das meldet die staatliche Nachrichtenagentur Tass.
Trump greift nach Grönland: Der Streit um die Arktisinsel in Bildern
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Aufgrund seiner riesigen Rohstoff-Ressourcen will Trump Grönland den USA einverleiben. Seine Forderung nach der Kontrolle über Grönland begründet der US-Präsident unter anderem mit den Aktivitäten Russlands und Chinas in der Region. Ausführungen, die auf russischer Seite auf Unverständnis stoßen.
Mehr noch: Auch die militärische Erkundungsmission mehrerer europäischer NATO-Staaten, um die autonome, zu Dänemark gehörende Insel besser zu schützen, ist den Russen ein Dorn im Auge – und wird von Sacharowa kritisiert. Sie spricht von der „nächsten Provokation der westlichen Länder“, die auch in dieser Weltregion ihre Ordnung durchsetzen wollten. Auf diesem Wege würden die europäischen Staaten eine Militarisierung eben jener Polarregion befördern.
Grönland im Fokus: Welche Interessen Russland verfolgt – und welche Vorwürfe es erhebt
De facto betrachtet Putins Russland mit seiner langen Nordküste am Polarmeer die Arktis als seine Interessensphäre. Die Seewege in der Region werden verstärkt vom osteuropäischen Land genutzt, die militärische Präsenz wird sukzessive ausgebaut. Vor diesem Selbstverständnis Russlands lässt Sacharowa auch verlauten, dass sich die europäischen Staaten bewusst sein müssten, durch ihr Vorgehen die Sicherheit Russlands als einen gleichberechtigten Arktis-Anreiner zu gefährden.
Weitere Vorwürfe Russlands sind ebenfalls in Richtung der NATO adressiert. Wladimir Barbin, russischer Botschafter in Dänemark, wirft dem Staatenbündnis nämlich vor, in der Arktis militärisch aufrüsten zu wollen. Der Nachrichtenagentur Tass sagte Barbin, dass NATO-Staaten inklusive Dänemark das Schreckgespenst einer russischen oder chinesischen Bedrohung nutzen würden, um letztlich die Arktis zu militarisieren.
Am Ende würde dies nur zu steigenden militärischen Spannungen in der Region führen. Russland wiederum habe keine aggressiven Pläne gegenüber seinen arktischen Nachbarn – sagt der russische Botschafter. Es gebe auch nicht die Absicht, etwaige Ansprüche auf deren Territorium zu erheben.
Stillstand im Ringen um Grönland: Erfolglose Gespräche, sturer Trump
Doch wie geht es im Ringen um Grönland weiter? Ein Erkundungsteam der Bundeswehr wurde nach Grönland entsandt und soll dort prüfen, wie sich Militärübungen mit NATO-Partnern umsetzen lassen. Sie würden am frühen Abend am Freitag, 16. Januar, dort eintreffen. Konkret geht es dabei um die Frage, ob die Arktis sicher sei und inwiefern Deutschland mit seinen NATO-Partnern dazu beitragen könne.
Gespräche, die zwischen den USA, Grönland und Dänemark zuletzt am Mittwoch, 14. Januar, stattfanden, blieben ergebnislos. Trump rückt dabei nicht von seinem Standpunkt ab und besteht weiterhin auf eine Grönland-Übernahme. Und Russland? Goutiert dies unverändert nicht, reagierte bislang aber nur in Form von Drohungen. (Quellen: dpa, Tass) (han)