Das Geiseldrama von Gladbeck: Ein historisches Ereignis
Bürgermeisterin Bettina Weist und Kulturamtsleiter Alexander Borchard übergeben die 16. historische Informationstafel der Öffentlichkeit. Foto: Stadt Gladbeck

Neue Informationstafel im Stadtgebiet erinnert an die Gladbecker Geiselnahme von 1988

Gladbeck – 16.01.2026 – Geiseldrama – An der Schwechater Straße 38 hat Bürgermeisterin Bettina Weist jetzt die 16. historische Informationstafel im Gladbecker Stadtgebiet an die BürgerInnen übergeben. Sie wurde im Rahmen der Projektreihe „Historische Orte in Gladbeck“ aufgestellt und erinnert an die Geiselnahme von Gladbeck im Jahr 1988.

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Die Projektreihe wird seit 2008 vom Stadtarchiv betreut. Ihr Ziel ist es, prägende historische Orte und Ereignisse dauerhaft im Stadtbild sichtbar zu machen und sachlich einzuordnen. Bürgermeisterin Weist betonte bei der Übergabe: „Die Informationstafel erzählt die Geschichte der Geiselnahme, ihre Hintergründe und Folgen und erinnert an die drei Opfer, deren Schicksal wir nicht vergessen dürfen. Sie informiert, ordnet ein und regt zum Nachdenken an – ein wichtiger Beitrag zur Erinnerungskultur in unserer Stadt.“

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Am 16. August 1988 überfielen zwei bewaffnete Männer aus Gladbeck die Filiale der Deutschen Bank an diesem Ort. Nachdem der Fluchtversuch von Rösner und Degowski scheiterte, nahmen sie zwei Bankangestellte als Geiseln. Es folgte eine über 54 Stunden andauernde Flucht durch die Bundesrepublik und die Niederlande mit weiteren Geiselnahmen, die am 18. August auf der Autobahn nahe Bad Honnef endete. Drei Menschen verloren dabei ihr Leben.

Rösner und Degowski, die beiden Entführer aus Gladbeck, wurden zu langen Haftstrafen verurteilt. Degowski, dem Gutachter im Prozeß einen IQ von unter 80 bescheinigten, lebt inzwischen irgendwo in Deutschland mit einer neuen Identität. Rösner, der eigentliche Kopf des Gangster-Duos, sitzt immer noch im Raum Aachen in Sicherheitsverwahrung. Letzten Informationen zufolge ist er bis heute therapieresistent.

Besondere Aufmerksamkeit erregte die mediale Berichterstattung. Zeitungen, Radio und Fernsehen begleiteten die Ereignisse live. Journalistinnen und Journalisten gerieten mehrfach in direkten Kontakt mit den Tätern und behinderten teilweise die polizeiliche Arbeit.

Die neue Informationstafel ordnet die Geschehnisse sachlich ein, beleuchtet sowohl den Tathergang als auch die Rolle der Medien und erinnert an die drei Opfer. Sie fügt sich in die bestehenden Informationsorte im Stadtgebiet ein und macht Geschichte im öffentlichen Raum sichtbar.

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