Moabit – Sie überfiel hilflose, hochbetagte Menschen: Cindy S. (31) aus Berlin-Spandau. Dabei wollte sie doch beruflich später mal in die Pflege …

„Tut mir wahnsinnig leid“, kämpft die Berlinerin vor dem Landgericht mit den Tränen. Die Anklage: Körperverletzung und Raub. „Ich hätte nicht gedacht, dass das so schwerwiegend ist.“

Seniorin (78) mit Kopf auf Boden geschlagen

Nicht so schwerwiegend? Am 17. Juni 2024 klingelte sie – maskiert mit Tuch – bei ihrer langjährigen Bekannten Helga B. (78, Name geändert). Einer „so herzlichen, fürsorglichen Frau“, wie die Angeklagte sie selbst beschreibt. „Meine Tochter liebt sie, nennt sie Oma.“

Der Vorsitzende Richter in dem Prozess wegen Körperverletzung und Raub

Der Vorsitzende Richter Knut Weyand in dem Prozess wegen Körperverletzung und Raub

Foto: Olaf Wagner

Als die alte Dame ahnungslos die Tür öffnete, bekam sie sofort eine Ladung Pfefferspray ins Gesicht. Dann stieß die Angeklagte sie um, kniete sich auf sie, packte ihren Kopf an den Haaren und schlug ihn immer wieder auf den Boden. Dabei riss sie ihr die Goldkette vom Hals und den Ehering vom Finger. Sie raubte 950 Euro aus dem „Kommodenversteck“ und floh. Helga B. litt tagelang an einer Gehirnerschütterung und verätzten Augen.

100-Jährige brutal überfallen

Knapp zwei Stunden später ging die Angeklagte schon wieder auf Raubzug. Sie zog eine 100-jährige Passantin mit Gewalt vom Rollator weg, zerrte so brutal an der Umhängetasche, dass der Riemen riss und die Rentnerin zu Boden fiel. Mit 100 Euro Beute floh die Angreiferin auf dem Rad.

Dritter Überfall in Pflegeeinrichtung

Eine Woche später Raubüberfall Nummer drei. Diesmal in der Pflegeeinrichtung, in der Cindy S. einmal einen Aushilfsjob hatte. Wieder kannte sie ihr Opfer, das sich arglos zu einem Spaziergang überreden ließ. Und dem sie bei einem Päuschen auf einer Bank, von hinten die Goldkette samt zwei Eheringen raubte.

Das Motiv

Das Motiv für die brutalen Raubtaten? „Ich brauchte dringend Geld für Drogen.“ Und für Online-Casino-Spiele. „Ich habe das Schlimmste getan, was man tun kann. Tut mir wahnsinnig leid.“

Und heute? „Ich habe eine Therapie gemacht, bin inzwischen clean. Trinke auch keinen Alkohol mehr.“ Und sie will arbeiten gehen, behauptet sie jedenfalls.

Fortsetzung: 28. Januar