Nuuk/Paris – Das Rätsel um den Franzosen-Flieger ist gelöst!

Was war passiert? Ein Airbus der französischen Armee sorgte am Freitag für großes Rätselraten. Der Militärtransporter vom Typ A400M war um 8.05 Uhr deutscher Zeit von der südfranzösischen Luftwaffenbasis Istres gestartet – und flog zunächst in einer Schleife über München und Hamburg Richtung Norden. Anschließend ging es weiter nach Dänemark.

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Von dort aus begleitete der Airbus einen Bombardier-Jet der dänischen Luftwaffe in Richtung Grönland. Doch dann die Überraschung: Statt auf der Arktis-Insel zu landen, drehte der französische Flieger plötzlich ab – und flog zurück nach Frankreich.

Der Grund: Fremde Militärflugzeuge sollen, so wollen es die Dänen, derzeit nicht auf Grönland landen.

Dänen-Jets fliegen Manöver über Grönland

Aus Angst, die Spannungen mit den USA zu verschlimmern wollen die Dänen nach BILD-Informationen derzeit keine Bilder von ausländischen Militärtransportern auf Grönland riskieren. Deshalb untersagen sie ihren Verbündeten aktuell Landungen mit Militärmaschinen. Deshalb musste am Freitag die Bundeswehr in einem polnischen Charterflugzeug anreisen – statt wie ursprünglich geplant mit einem A400M der deutschen Luftwaffe.

Soldaten der Bundeswehr unter der Leitung von Flotillenadmiral Stefan Pauly (rechts) am Freitag in Nuuk

Soldaten der Bundeswehr unter der Leitung von Flotillenadmiral Stefan Pauly (rechts) am Freitag in Nuuk

Foto: Andreas Thelen/BILD

Jetzt ist klar: Der rätselhafte Franzosen-Flug war Teil des Auftakts zur Militärübung „Arctic Endurance“. Dänemark hatte seine europäischen Verbündeten kurzfristig zu dem Manöver eingeladen.

Neben dem Bombardier-Jet und dem französischen A400M waren auch zwei F-35-Kampfjets der dänischen Luftwaffe beteiligt. Diese flogen jedoch ohne eingeschaltete Transponder und tarnten sich so bewusst vor öffentlichen Flug-Trackern. Der französische A400M diente laut dem dänischen Militär als Tankflugzeug und versorgte die dänischen F-35 auf dem Weg nach Grönland mit Treibstoff.

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Ziel der Übung über der Insel Kulusuk im Süden Grönlands: Die F-35 trainierten Flüge unter extremen arktischen Bedingungen – die Franzosen unterstützten beim Auftanken in der Luft.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) hatte erst gestern bei einer Rede angekündigt: Frankreich werde „in den kommenden Tagen zusätzliche Land-, Luft- und Seestreitkräfte“ nach Grönland entsenden. Die Rede hatte er auf dem Luftwaffenstützpunkt gehalten, von dem heute der A400M abgehoben war. Es könnte sich auch um ein Tankmanöver gehandelt haben. Unklar ist allerdings, woher das Betankungsflugzeug hätte kommen sollen.