Ein wildes Spiel! Werder Bremen spielt zum Start der Bundesliga-Rückrunde 3:3 gegen Eintracht Frankfurt. Blitz-Tor nach 52 Sekunden, Aufregung um ein Schmähplakat gegen Werder-Boss Clemens Fritz (45) und der Ausgleich in der letzten Minute – dieses Duell hatte alles!
In der 14. Minute rollen die Bremer Ultras in der Ostkurve ein circa 10 Meter großes Banner aus. Darauf steht in Großbuchstaben: „Fritz verleihen!“
Der Hintergrund: Die Bosse um Fritz, Profi-Chef Peter Niemeyer (42) und Kaderplaner Johannes Jahns (43) stehen wegen einer peinlichen Transfer-Panne in der Kritik. Das Internet-Portal „transfermarkt.de“ musste die Bosse darauf aufmerksam machen, dass sie im Winter – anders als zunächst angenommen – sehr wohl mehr als sechs Leih-Spieler verpflichten können. Fritz übernahm die Verantwortung, sagte: „Ich muss das wissen.“
Bremen kann weitere Spieler ausleihen – wie Jovan Milosevic (20), der bis Saisonende aus Stuttgart kam. Und der Serbe trifft im ersten Heimspiel!
80. Minute: Schmid legt vor dem Tor quer auf den Winter-Zugang, der aus 16 Metern einschiebt – das 3:2, Spiel gedreht! Nur 128 Sekunden zuvor hatte Jens Stage für Bremen ausgeglichen (78.).

Jovan Milosevic (20) jubelt mit Jens Stage (29) über den Heimsieg
Foto: WITTERS
Reicht aber nicht zum Heimsieg, weil Frankfurts Ansgar Knauff in der vierten Minute der Nachspielzeit noch das 3:3 erzielt.
Um die Entstehung des Last-Minute-Ausgleichs gibt es Wirbel: Vorlagengeber Amaimouni-Echghouyab kratzt den Ball von der Grundlinie in die Mitte, dort schiebt Knauff ein. Schiedsrichter Benjamin Brand gibt den Treffer zunächst nicht, entscheidet auf Abstoß. Doch die Video-Bilder zeigen, dass der Ball die Torauslinie nicht vollständig überschritten hatte – der Treffer zum 3:3 zählt schließlich.
Werder-Torschütze Njinmah sagt nach dem Spiel bei „Sky“: „Wenn man sich die letzten Wochen von uns anschaut, fühlt es sich wie eine Niederlage an. Es war viel mehr drin, das hat jeder im Stadion gemerkt.“

Rasmus Kristensen (28) blutet nach dem Zusammenprall heftig aus der Nase
Foto: WITTERS
Für Bremen geht’s schon schlecht los, Arnaud Kalimuendo (für 1,5 Mio. Euro aus Nottingham ausgeliehen) bringt Frankfurt nach 52 Sekunden in Führung. Justin Njinmah gleicht noch vor der Pause aus (29.), es ist Bremens erster Treffer nach 311 torlosen Minuten. Nnamdi Collins sieht beim Gegentreffer nicht gut aus, besorgt dann aber die erneute Eintracht-Führung (56.). Reicht nicht zum Sieg, weil Stage und Super-Joker Milosevic zurückschlagen.
Der härteste Profi des Spiels: Rasmus Kristensen. Der Frankfurter bekommt bei einer Grätsche den Stollen von Schmidt ab, blutet heftig aus der Nase (8.). Der Frankfurter muss neun Minuten behandelt werden, darf erst dann mit dickem Nasenpflaster zurück auf den Rasen.