Bielefeld. Vor 66 Tagen wurde Yvonne Kiel (CDU) in Jöllenbeck zur Bezirksbürgermeisterin gewählt. In die Partei eingetreten ist sie 2020, mitten in der Corona-Zeit. „Ich habe mich von jetzt auf gleich dort angemeldet, ohne jemanden gekannt zu haben“, erzählt die 37-Jährige.

Als sie gefragt worden sei, ob sie sich vorstellen könne, das Amt zu übernehmen, habe sie nicht lange gezögert. Spontanität gehört zur Persönlichkeit der vierfachen Mutter, die mit ihrem strahlenden Lächeln und ihrer aufgeschlossenen, unkomplizierten Art ihre Gesprächspartner schnell für sich einnimmt.

Nach 16 Jahren, in denen abwechselnd SPD und Grüne die Geschicke im Bielefelder Norden gelenkt hatten, steht nun die CDU-Frau an der Spitze. Und kann schon einen Erfolg verbuchen.

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Gefährliche Kreuzung soll entschärft werden

Anwohner hatten im vergangenen Jahr eine Petition gestartet, um die Sicherheit an einer Vilsendorfer Ampelkreuzung zu erhöhen. Immer wieder ignorierten Autofahrer das Rotlicht der Ampelanlage an Vilsendorfer-, Orchideenstraße und Epiphanienweg.

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Eine Messung des Amtes für Verkehr brachte Gewissheit: An zwei Tagen gab es mehr als 50 Rotlichtverstöße. Nun sollen an drei Stellen Verkehrsschilder „Achtung Ampel“ aufgestellt werden. Später soll die Rotphase der Ampel verlängert werden.


Die Stadt Bielefeld hat an der Ampelkreuzung in Vilsendorf Messungen durchgeführt und dutzende Rotlichtverstöße festgestellt. - © Sarah Jonek

Die Stadt Bielefeld hat an der Ampelkreuzung in Vilsendorf Messungen durchgeführt und dutzende Rotlichtverstöße festgestellt.
| © Sarah Jonek

„Die Petition war nicht nur inhaltlich erfolgreich, sondern sie hat einen ganzen Stadtteil näher zusammengebracht. Ich bin sehr froh, dass an dieser Stelle das Bauchgefühl der Vilsendorfer stimmte, dass an dieser Kreuzung wirklich sehr oft bei Rot gefahren wird“, sagt die Christdemokratin, die mit Ehemann Felix 2016 ins Eigenheim an die Orchideenstraße gezogen ist. „Ich habe mit meinen Kindern selber schon gefährliche Situationen erlebt“, berichtet die Mutter von drei Jungen (8, 6, 4) und einer Tochter (1).

Alltag als Bezirksbürgermeisterin „stressiger geworden“

Mit ihrem Mann sei sie in der 12. Klasse des Ceciliengymnasiums zusammengekommen. Das war 2006. „Wir haben zusammen Abi gemacht, er ist in Brake aufgewachsen, und ich habe in der Innenstadt gewohnt. Wir haben dann beide Wirtschaftsingenieurwesen in Paderborn studiert.“

Im Speditionsbetrieb „Kiel Logistik“ ihres Schwiegervaters, der inzwischen von der dritten Generation geführt werde, arbeite sie in der Buchhaltung. Durch ihre Tätigkeit als Bezirksbürgermeisterin und wegen ihrer einjährigen Tochter sei dies jedoch weniger geworden.

Der Alltag habe sich verändert: „Es ist stressiger geworden, aber erfüllter.“ Am Vormittag lösen sich politische Termine ab, Mails werden beantwortet, wenn ihre Tochter Mittagsschlaf halte. Der Nachmittag gehöre der Familie, abends sei Büroarbeit angesagt. Nachdem die Kinder ins Bett gebracht worden seien, kämen öfter noch Abendveranstaltungen hinzu.

Bezirksbürgermeisterin will Ortsteil stärken

Auf die Frage, welche Erfahrungen sie mit ihrem neuen Amt in den vergangenen zwei Monaten gemacht habe, antwortet Yvonne Kiel: „Durchweg positive – der Kontakt mit den Menschen und deren Anliegen bedeutet mir viel, und es ist unglaublich spannend, in so viele gesellschaftliche Themen Einblick zu haben. Es macht mich stolz, dass die Jöllenbecker sich mir anvertrauen und mir diesen Job zutrauen, der mir unglaublich viel Freude bringt.“

Aufgefallen sei ihr, dass sich viele Menschen tagtäglich ehrenamtlich einsetzen würden: „Das finde ich toll.“ Es zeige, „wie viel Herz“ der Stadtbezirk habe. „Das motiviert mich besonders in meinem Amt.“

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Für Bewohner in Jöllenbeck, Theesen und Vilsendorf möchte die 37-Jährige „stets ein offenes Ohr haben und mich für die Anliegen im Rahmen meiner Möglichkeiten bestmöglich einsetzen.“ Das Thema „Netzwerke“ und „Stärkung des Ortsteils“ liegen ihr besonders am Herzen.

Kiel will Veranstaltungen etablieren

Wie bekommt sie bei diesem Tagespensum alles unter einen Hut? Die Wirtschaftsingenieurin berichtet, dass sie und ihr Mann, der den Familienbetrieb mit seinem Vater führe, „ein wirklich gut eingespieltes Team“ seien. Ganz bewusst nehme sich die Familie auch Zeit für Ausflüge und Spiele im Freien.

Als Bezirksbürgermeisterin will Kiel die Akteure und Institutionen „noch näher zueinander bringen“, um Veranstaltungen wie das Osterfeuer, das Weinfest oder den mediterranen Abend zu etablieren. Dies führe dazu, den Stadtteil zu stärken, so wie es Bielefelds Oberbürgermeisterin Christiana Bauer vorhabe. „Ich glaube, in einem gut vernetzten Austausch können alle Einrichtungen voneinander profitieren und sich gegenseitig bereichern und unterstützen“, sagt Yvonne Kiel.