Durch die Sperrung zentraler Bahnstrecken im Raum Duisburg ist der Bahnverkehr im Gelsenkirchener Süden in Richtung Rheinland derzeit stark ausgedünnt. Doch auch im Stadtnorden müssen sich die Bahnkunden momentan herumärgern. Der Grund: Die Bahnstrecke zwischen Essen und Bottrop kann derzeit nur eingeschränkt genutzt werden, der Abschnitt zwischen Bottrop und Gladbeck ist vorerst gar nicht befahrbar. In beiden Fällen sind Brückenschäden der Auslöser für die Folgen, die auch alle Nutzenden des Bahnhofs Buer Nord in ihrem Pendleralltag zu spüren bekommen.
Normalerweise gibt‘s dort vier Zugverbindungen pro Stunde
Wer von Buer Nord in Richtung Bottrop/Essen oder aber in Richtung Recklinghausen möchte, dem stehen normalerweise vier Züge pro Stunde zur Verfügung. Zunächst fuhr dann nur noch ein einziger pro Stunde, inzwischen meistens gar keiner. Zuletzt hielt die S-Bahn-Linie 9 von Essen über Bottrop, Gladbeck, Buer Nord und Recklinghausen nach Haltern am See eine Art Basisangebot aufrecht. Doch kürzlich ist laut Bahn zwischen Bottrop und Gladbeck ein weiterer Brückenschaden entdeckt worden. Dieser stoppt mindestens noch bis Mittwoch, 21. Januar, den gesamten Bahnverkehr in diesem Bereich.
Das Teilstück Essen – Bottrop ist zumindest noch einspurig befahrbar. Hier hatten sich in Höhe des Haltepunkts Essen-Frohnhausen laut der Infrastrukturtochter InfraGO einige Löcher im Untergrund aufgetan. Dabei soll es sich aber nicht um klassische „Bergschäden“ handeln, sondern um Hohlräume, die sich in drei bis sechs Metern Tiefe gebildet haben. Derzeit wird spekuliert, ob mittels Hilfsbrücken die Einschränkungen schneller als geplant aufgehoben werden können. Wie lange sie nun tatsächlich andauern werden, ist noch nicht konkret absehbar.
Ersatzverbindungen per Straßenbahn und Linienbus
Wer derzeit vom Essener Hauptbahnhof nach Buer Nord will, der wird von der App des VRR mit der S 2 zum Gelsenkirchener Hbf geleitet, von dort mit der Straßenbahn 302 weiter bis Buer Rathaus und von dort mit der Buslinie 212 bis zum Bahnhof Buer Nord. Exakt 50 Minuten Fahrzeit würde diese Verbindung inklusive zweier Umstiege in Anspruch nehmen. Eine Alternativ-Verbindung wäre die S 9 von Essen bis Bottrop Hbf: Von dort werden derzeit Sonderbusse als Schienenersatzverkehr eingesetzt, die auch über den Bahnhof Buer Nord fahren. Diese Fahrt würde laut VRR-App 56 Minuten dauern.
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Erst Mitte Dezember 2025 war der Bahnhof Buer Nord nach einer umfangreichen Modernisierung mit einem feierlichen Akt wiedereröffnet worden. Zu den Umbauten gehörten etwa der Einbau neuer Aufzüge, um endlich die Barrierefreiheit an diesem Bahn-Haltepunkt zu gewährleisten. Zweimal musste die geplante Eröffnung zuvor verschoben werden. „Was lange währt, wird endlich gut“, hatte Oliver Wittke, Vorstandssprecher des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR), damals eingeworfen. Dass der Bahnverkehr dort nun schon wieder ruht, konnte er da noch nicht ahnen.