Forderungen nach Rückzahlung der Förderungen ohne Aussicht auf Erfolg

Förderung zurückzahlen muss das Unternehmen wegen der Schließung nicht. Reichlich 22 Millionen Euro hatten der Freistaat Thüringen und der Bund für die Ansiedlung in Thüringen bezahlt. Die Bindung an diese Förderung lief 2019 nach fünf Jahren aus, auch die damals festgelegten mindestens 500 Jobs waren erfüllt. Eine Rückzahlung der Fördermittel, wie sie in den vergangenen Tagen etwa der DGB oder das BSW gefordert hatten, hat keine Aussicht auf Erfolg.

Ohnehin dürfte ein Mehrfaches dieser Fördersumme in den vergangenen zwölf Jahren in Form von Gewerbesteuern an die Stadt Erfurt geflossen sein – genaue Zahlen sind dazu aus Erfurt mit Verweis auf das Steuergeheimnis nicht zu erhalten. Unstrittig ist, dass der Verlust dieses Steuerzahlers im Stadthaushalt zu spüren sein wird, immerhin ist das Unternehmen einer der größten Arbeitgeber der Region.

Auch einen Verlust von Kaufkraft befürchtet die Stadt. Das könnte auch Einzelhändler Umsatz kosten, schreibt die Stadt auf MDR THÜRINGEN-Anfrage. Neben Unterstützung für die Beschäftigten, die vor allem von der Bundesagentur für Arbeit kommt und in den kommenden Tagen anläuft, will das Land über die Landesentwicklungsgesellschaft helfen, dass die Halle, die Zalando bisher nutzt, einen oder mehrere neue Mieter bekommt.

Dem Vernehmen nach könnte das Gebäude für bis zu fünf Nutzer aufgeteilt werden. Auch hier könnte der Zalando-Konzern selbst unterstützend tätig werden, denn sein Mietvertrag läuft noch bis Ende 2027 – das Unternehmen dürfte daran interessiert sein, sich die Miete zu sparen.