Die Bestandsaufnahme steht. In den Tagen nach den Weihnachtsferien haben sich Schulen, Kindergärten, Polizei und Kommunen sortiert, Schäden gesichtet und Handwerker kontaktiert. Die traurige Gesamtbilanz: In Stuttgart und der Region hat es über die Ferien Einbrüche mit teils schweren Verwüstungen und eher geringfügigen Diebstählen in 21 Schulen und zahlreichen Kindergärten gegeben.

Der Schwerpunkt liegt dabei eindeutig auf der Landeshauptstadt und dem angrenzenden Landkreis Esslingen. 13 Schulen und drei Kindergärten hat es in Stuttgart erwischt, außerdem vier in Filderstadt – je zwei davon in Sielmingen und Bernhausen. Dazu kommen zwei Fälle im Landkreis Ludwigsburg, nämlich in Vaihingen an der Enz und Besigheim, einer im Kreis Böblingen (Waldenbuch) und einer im Rems-Murr-Kreis (Weissach im Tal). Nur der Landkreis Göppingen blieb in der Region nach Angaben der Polizei komplett verschont.

Auf den Fildern läuft die Serie schon länger

Auf den Fildern läuft die Serie freilich schon länger. „In den vergangenen Monaten gab es eine Vielzahl von Einbrüchen in Schulgebäude im Bereich Filderstadt sowie in der näheren Umgebung. Die Zahl liegt insgesamt im mittleren zweistelligen Bereich“, sagt Tina Rempfer vom zuständigen Polizeipräsidium in Reutlingen.

Dort verzeichnen die Ermittler auch einen ersten Erfolg. Am 5. Januar ist ein Quartett festgenommen worden, als es in Bernhausen in eine Schule einstieg. Und das mit großem Aufgebot: Zeugen hatten die Polizei informiert, die drei Flüchtende stellen konnte. Einer der Verdächtigen wurde dabei von einem Polizeihund gebissen. Außerdem wurde ein Polizeihubschrauber angefordert. Dessen Besatzung entdeckte einen vierten Einbrecher auf dem Dach der Schule.

Verdächtige sind zwischen 16 und 18 Jahre alt

Die vier jungen Männer sind zwischen 16 und 18 Jahre alt. Sie sitzen in Untersuchungshaft. „Im Rahmen der Ermittlungen wird nun geprüft, ob noch mehr Einbrüche in Zusammenhang mit den Festgenommenen stehen. Hierfür werden unter anderem Zeugen befragt und Spuren ausgewertet. Gegenstand der Ermittlungen ist ebenfalls ein mögliches Motiv der Tatverdächtigen“, sagt Tina Rempfer. Aufgrund der noch laufenden Ermittlungen könne man hierzu noch keine Angaben machen oder sagen, ob mögliche Tatzusammenhänge bestehen.

Fest steht: Auch bei Einbrüchen in zwei benachbarte Schulen in Sielmingen am 31. Dezember hatte ein Zeuge mehrere Jugendliche beobachtet. Die Schulen wurden teil regelrecht verwüstet. Die Verdächtigen flüchteten offenbar mit einem schwarzen Kleinbus. Die Fahndung nach ihnen verlief erfolglos. Noch ist unklar, ob es womöglich dieselben Täter gewesen sind, die einige Tage später in Bernhausen festgenommen wurden.

Aufruf zum Einbruch in den sozialen Netzwerken?

Die Frage bleibt: Gibt es etwas, das die verschiedenen Einbrüche und Tatorte verbindet? Hat womöglich jemand einen Aufruf oder gar eine Art Wettbewerb in sozialen Netzwerken veröffentlicht? Bisher deutet nichts darauf hin – zumal sich die Taten ja sehr auf Stuttgart und den angrenzenden Landkreis Esslingen konzentrieren. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagt der Stuttgarter Polizeisprecher Stephan Widmann. Mit den Kollegen im Kreis Esslingen stehe man im Austausch. Immerhin: Seit Ferienende ist es ruhig geblieben an den Schulen und Kindergärten in der Stuttgarter Region.