Essen (dpa) – Nach dem Entgleisen einer Güterzuglok in Essen wegen eines befestigten Metallteils gibt es nach Angaben der Ermittlungsbehörden bisher weder einen Tatverdächtigen noch ein Bekennerschreiben. Aus deutschen Militärkreisen hieß es, dass über die Strecke auch Militärtransporte liefen. Mit dem Vorgang vertraute Kreise erklärten der Deutschen Presse-Agentur allerdings auch, es gebe für Militärtransporte keine Standardstrecken und die Laufwege dieser Züge seien unterschiedlich. Zu den Tätern und ihrer Motivation gab es keine konkreten Erkenntnisse.
Die Staatsanwaltschaft Essen geht davon aus, dass eine Straftat vorliegt. Sie ermittelt wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, wie ein Sprecher sagte. „Wir ermitteln in alle Richtungen.“ Die Ermittlungen befänden sich in einer frühen Phase, es gebe keinen Tatverdächtigen. Bei dem Vorfall am Montagabend seien keinen Menschen zu Schaden gekommen.
Nach Angaben der Polizei ist bisher kein Bekennerschreiben in dem Fall eingegangen. Ein Sprecher bekräftigte, dass ein Metallteil am Gleis durch Unbekannte befestigt worden sei. Nach früheren Angaben entgleiste die Lok, die nach wenigen Hundert Metern zum Stehen kam. Die Waggons blieben unbeschädigt. Der Güterzug hatte nach Angaben der Polizei Gefahrstoffe geladen. Auch der Staatsschutz ist in die Ermittlungen eingebunden.
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