Tennis-Stars, die ihren Wohnsitz nicht in warmen Gefilden haben, zieht es meist in die Sonne. Der nächste könnte Eva Lys (24) sein. Die Hamburgerin, die am Dienstag ihr Auftaktmatch bei den Australian Open in Melbourne gegen die Rumänin Sorana Cirstea (35) bestreitet, ist chronisch krank. Deutschlands Nummer 1 leider an schwerem Rheuma. Wärme tut ihr gut. Und die gibt es gerade im Winter in Deutschland nicht.

Und schon gar nicht in ihrer Heimatstadt. Lys: „Ich werde im Winter in Hamburg immer krank und habe ein sehr schwaches Immunsystem. Mit kaltnassem Wetter komme ich nicht zurecht. Ich hatte noch keine Vorbereitung gut überstanden. Vergangenes Jahr hatten wir dann die Idee: Ich muss raus und dahin, wo ich ein gutes Klima habe.“

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Gesagt, getan! Sie flog zeitig nach Australien zum Saisonstart, diesmal noch zeitiger, schon vor Weihnachten. Mit positiven Folgen: 2025 gelang ihr in Melbourne mit dem Achtelfinale der Durchbruch, und dieses Jahr „war das erste Mal, dass ich eine Vorbereitung ohne Rückschläge hatte.“ Wann will sie nun Deutschland verlassen? „Ich weiß, dass ich definitiv woanders hinziehen möchte. Aber mich hat noch kein Ort so gepackt, dass ich sage: Ich packe meine Koffer.“

Das braucht Lys in ihrer neuen Stadt

Die Voraussetzungen für das neue Domizil: „Gute Trainingsmöglichkeiten und für mich besonders wichtig: gute Ärzte. Dazu Wetter und Trainingspartner oder -partnerinnen. Mein Umzug würde also immer einen sportlichen Hintergrund haben.“ In ihrer Heimat will sie dann an freien Tagen im Sommer sein. „Ich fühle mich sehr, sehr wohl in Hamburg, aber ich rede schon mit anderen Spielerinnen, wo die wohnen und trainieren.“

Beim United Cup in Sydney machte Eva Lys ein Bade-Selfie mit Tennis-Kollege Alexander Zverev (28)

Beim United Cup in Sydney machte Eva Lys ein Bade-Selfie mit Tennis-Kollege Alexander Zverev (28)

Foto: Getty Images

Das ist die neue Eva Lys

Die Auslosung meinte es dieses Jahr nicht gut mit ihr. Kommt Lys gegen Cirstea weiter, würde wohl die frühere Nummer 1, Naomi Osaka (28/Japan), warten. Aber das weiß sie noch gar nicht, da sie sich immer nur die nächste Gegnerin anschaut. Das war vor einem Jahr auch schon so. Aber was hat sich in den vergangenen zwölf Monaten geändert? „Ich bin entspannter geworden“, so die Nummer 39 der Welt. „Ich war Ende des Jahres echt auf 180 und merkte, dass ich da gar nicht runterkommen konnte. Es ist aber wichtig, abzuschalten.“

Und: „Die Unsicherheit von Anfang 2025 ist zurückgegangen. Ich fühle mich immer wohler bei den Turnieren, den Matches, dem Training. Ich hoffe, dass ich mich auch charakterlich weiterentwickelt habe.“ Und sportlich? „Da habe ich an meiner Fitness gearbeitet und bin zufrieden, in welche Richtung es mit meinem Körper geht. Ich weiß, da ist noch sehr viel Luft nach oben.“