Louvre hebt Ticketpreise für Schweizerinnen und Schweizer stark an

Wer aus den USA oder der Schweiz kommt, muss ab diesem Mittwoch 10 Euro mehr für den Eintritt ins Pariser Museum zahlen. Für die meisten Europäer gilt der alte Preis.

Publiziert: 14.01.2026, 10:23

Touristen stehen vor Absperrungen rund um die Louvre-Pyramide in Paris, da das Museum wegen eines Streiks am 12. Januar 2026 geschlossen ist.

Vom Preisanstieg sind Besucher aus Ländern betroffen, die nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum gehören. (Archivbild)

Foto: Martin Lelievre (AFP)

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Das Pariser Louvre hat die Eintrittspreise für Nicht-Europäer – und auch für gewisse Europäer – um 45 Prozent erhöht. Das Pariser Wahrzeichen führte am Mittwoch ein zweistufiges Ticketsystem ein, das den Eintrittspreis für viele Touristen auf 32 Euro anhebt; waren es 22 Euro.

Die Änderung betrifft Besucher aus Ländern, die nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gehören. Darunter sind die USA, deren Touristen in der Regel den grössten Anteil der ausländischen Louvre-Besucher ausmachen. Und auch die Schweiz ist kein EWR-Mitglied: Für Schweizer Gäste gilt der hohe Tarif von 32 Euro.

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Die Gewerkschaft CGT Culture verurteilte die gestaffelte Preisgestaltung und argumentierte, sie verwandle den Zugang zu Kultur in ein «kommerzielles Produkt» und schaffe einen ungleichen Zugang zum nationalen Kulturerbe.

Die Museumsverantworltichen wiesen hingegen darauf hin, dass einige Gruppen weiterhin freien Eintritt erhielten, darunter etwa Besucher unter 18 Jahren. Die letzte Preiserhöhung gab es im Januar 2024, als der reguläre Eintrittspreis von 17 auf 22 Euro angehoben wurde.

Marode Infrastruktur im Louvre

Das Museum steht seit Jahren unter Druck durch hohe Besucherzahlen, eine in die Jahre gekommene Infrastruktur, wiederkehrende Streiks sowie steigende Kosten für Sicherheit und Instandhaltung. Erst am Montag blieb der Louvre erneut geschlossen, nachdem Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt hatten. Die Beschäftigten beklagen schon länger, das Louvre sei durch den Massentourismus an seine Grenzen geraten. Sie verweisen auf unkontrollierbare Menschenmengen, chronischen Personalmangel und sich verschlechternde Arbeitsbedingungen.

Französische Museen hatten bereits vor dem Diebstahl französischer Kronjuwelen aus dem Louvre am 19. Oktober über höhere Eintrittspreise für Besucher von ausserhalb Europas nachgedacht. Die Beute wird von Ermittlern auf rund 88 Millionen Euro geschätzt.

Der am helllichten Tag verübte Raub, der nur wenige Minuten dauerte, verschärfte die Debatte über den Schutz des unbezahlbaren nationalen Kulturerbes. Zugleich befeuerte er die Diskussion darüber, wie grosse Kultureinrichtungen notwendige Modernisierungen finanzieren sollen und ob Besucher einen grösseren Teil der Kosten tragen sollten. Das Louvre erklärte jedoch, die Preiserhöhung stehe nicht in direktem Zusammenhang mit dem Diebstahl.

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DPA/bor

Vom Preisanstieg sind Besucher aus Ländern betroffen, die nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum gehören. (Archivbild)

Foto: Martin Lelievre (AFP)