1. Canons Sensor-Zukunft und Ricohs Schwarz-Weiß-Traum – Fotonews der Woche 02/2026

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Manchmal muss man ganz klein anfangen, um wirklich groß rauszukommen. Bei Canon bedeutet das: so klein wie ein einzelnes Photon. Auf der CES 2026 in Las Vegas präsentierte das Unternehmen einen Prototyp seines SPAD-Sensors (Single Photon Avalanche Diode), der nicht einfach nur Licht misst, sondern tatsächlich einzelne Lichtteilchen zählt. Das klingt nach Physik-Vorlesung, hat aber handfeste Auswirkungen auf die Zukunft der Fotografie.

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Das Titelbild der Ausgabe 01 2026 des Foto-Magazins c't Fotografie

Photonen zählen statt Licht sammeln

Der kleine 1-Megapixel-Chip mit 3D-Stacking-Architektur erreicht einen Dynamikumfang von etwa 20 Blendenstufen. Zum Vergleich: Aktuelle Profi-Kameras schaffen in der Regel 14 bis 15 Blendenstufen. Jedes Pixel reagiert auf einzelne Photonen und löst dabei eine Elektronenlawine aus, die digital gezählt wird. Das eliminiert praktisch das Ausleserauschen, das bei herkömmlichen CMOS-Sensoren in dunklen Bildbereichen für Probleme, für Ärger sorgt.

Canon-Ingenieur Kazuhiro Morimoto, der bereits 2013 mit der Entwicklung begann und von Nature zu den „vier aufstrebenden Sternen der Nanowissenschaft“ gezählt wird, erklärt den Vorteil: SPAD-Sensoren verarbeiten Informationen in etwa 100 Pikosekunden – das ist ein Zehnmilliardstel einer Sekunde. Damit lassen sich selbst extrem schnelle Bewegungen ohne Bewegungsunschärfe einfangen.

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Dass Canon die Technologie auf der CES und nicht auf einer Fotomesse präsentierte, ist kein Zufall: Autonome Fahrzeuge, Robotik und industrielle Automation könnten ebenso von der Technologie profitieren wie Fotografen. Bis SPAD-Sensoren in Verbraucherkameras zum Einsatz kommen, dürften aber noch fünf bis zehn Jahre vergehen – doch die Richtung ist klar. Mit der MS-500, einem Prototyp mit 3,2 Megapixeln, hat Canon bereits gezeigt, dass die Technologie skalierbar ist.

Ricoh GR IV Monochrome: Schwarz-Weiß ohne Umwege

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Während Canon in die Zukunft blickt, bedient Ricoh eine sehr gegenwärtige Sehnsucht: die nach puristischer Schwarz-Weiß-Fotografie. Die neue GR IV Monochrome ist das dritte Modell der GR-IV-Reihe und verzichtet konsequent auf einen Farbfilter vor dem APS-C-Sensor. Jedes der 25,7 Megapixel erfasst direkt Helligkeitsinformationen – keine Farbinterpolation, keine Kompromisse.

Das Ergebnis sollen besonders scharfe Aufnahmen mit feinen Tonwertabstufungen sein. Der ISO-Bereich reicht bis 409.600 und ist damit doppelt so hoch wie beim Basismodell. Für Fans des analogen Korns ist das ein Fest. Besonders clever ist der in die Objektiveinheit eingebaute physikalische Rotfilter, der sich per Fn-Taste aktivieren lässt. Blauer Himmel wird abgedunkelt und weiße Wolken bekommen mehr Kontrast – wie früher mit Farbfiltern vor dem Objektiv, nur ohne das Gefummel.

Das komplett in mattem Schwarz gehaltene Gehäuse wiegt nur 265 Gramm und passt in jede Jackentasche. Ab Februar soll die Kamera für 1.800 Euro erhältlich sein. Damit feiert die GR-Serie übrigens ein rundes Jubiläum: Die erste GR1 erschien 1996 als analoge Filmkamera – vor genau 30 Jahren.

Sportfotografie: 23.130 Bilder, ein Gewinner

Apropos perfektes Timing: Die World Sports Photography Awards 2026 haben ihre Gewinner gekürt. Mit 23.130 eingereichten Bildern von 4.120 Fotografen aus 123 Ländern war es die bisher größte Ausgabe des Wettbewerbs. Von American Football über Formel 1 bis zu Baseball wurden in 24 Kategorien die besten Sportfotos prämiert.

„Die diesjährigen Bilder zeigen Fotografen auf dem Höhepunkt ihrer Kreativität – sie überschreiten Grenzen und fangen Sport auf eine Weise ein, die wir so noch nicht erlebt haben“, sagte Richard Shepherd von Canon Europe. Alle Gewinner sind auf der Website des Wettbewerbs zu bewundern.

Portrait of Britain: 100 Gesichter einer Nation

Ebenfalls sehenswert sind die Gewinner des „Portrait of Britain Vol. 8“-Wettbewerbs. Das British Journal of Photography und JCDecaux UK haben 100 Porträts ausgewählt, die auf digitalen Bildschirmen im gesamten Vereinigten Königreich gezeigt werden. Zu sehen sind unter anderem Fischhändler, Wissenschaftler, Veteranen und Ballerinas – die Auswahl zeigt die Vielfalt der britischen Gesellschaft.

Der Wettbewerb startete 2016, als die Briten gerade über den Brexit abstimmten. Die Idee dahinter war zu zeigen, wie vielfältig das moderne Großbritannien ist. „Fotografie hat immer noch die Kraft, Aussagen zu machen“, erklärt Jurymitglied Dennis Morris. Alle Gewinnerbilder erscheinen auch in einem Fotobuch bei Bluecoat Press – für alle, die sich inspirieren lassen wollen, wie man Menschen wirklich ins Bild setzt.

(tho)

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