Die Zahl der Sexualdelikte, bei denen K.o.-Tropfen nachgewiesen wurden, ist der Statistik zufolge in den letzten Jahren im Gladbacher Karneval nicht gestiegen. 2023: fünf Fälle, 2024: drei Fälle, 2025: zwei Fälle – das sieht fast wie eine Entwarnung aus, ist es aber nicht!

„K.o.-Tropfen sind nicht lange nachweisbar und die Opfer erstatten oft erst einige Zeit später Anzeige“, so Kira Königs vom Kriminalkommissariat Kriminalprävention und Opferschutz der Polizei Mönchengladbach. Aber: „Es ist davon auszugehen, dass das Dunkelfeld groß ist.“

Was K.o.-Tropfen so gefährlich macht: Es handelt sich zum Teil um legal verschreibungsfähige Arzneimittel wie Benzodiazepine (Beruhigungsmittel), aber auch zum Beispiel um Liquid Ecstasy oder synthetische Cannabinoide, die in flüssiger Form leicht einem Getränk beigemischt werden können. Da sie farb-, geruch- und geschmacklos sind, bemerkt man sie nicht. Und sie wirken schnell. „Nach wenigen Minuten können sich Schwindel, Übelkeit, Schläfrigkeit, Betäubung, Wehrlosigkeit und Verwirrtheit bis hin zur Amnesie einstellen. Während weibliche Opfer der Gefahr eines sexuellen Missbrauches ausgesetzt sind, werden Männer oft Opfer eines Raubes oder einer Körperverletzung“, so Königs. Weitere mögliche Folgen seien Stürze, Vergiftung, Kreislaufprobleme, langfristig Schlafstörungen, Depressionen bis hin zur Posttraumatischen Belastungsstörung.

• Getränke nie von Fremden, sondern nur vom Wirt selbst entgegennehmen!

• Getränke nie unbeaufsichtigt lassen, im Zweifel nicht mehr austrinken!

• K.o.-Tropfen-Armbänder sind nicht ratsam, da sie nur einmal gebraucht werden können und ungenau sind!

• Mit Freunden unterwegs, aufeinander (und die Getränke) achtgeben!

• Keine fremden E-Zigaretten rauchen (in Liquids können K.o.-Tropfen sein)!

• Wenn man sich „komisch“ fühlt, sofort Freunde oder Personal um Hilfe bitten, im Zweifel Notarzt rufen!

• Auch bei Erinnerungslücken schnell zur Polizei, Anzeige erstatten!