Edingen-Neckarhausen. (dani) Eigentlich hätten sie am Freitagabend ihre Jahreshauptversammlung gehabt. Stattdessen sind die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Edingen-Neckarhausen im Einsatz und kämpfen gemeinsam mit rund 100 Einsatzkräften aus der ganzen Region gegen einen Brand eines Gefahrgutaufliegers, der gegen 18 Uhr auf einem Betriebsgelände in Neu-Edingen ausgebrochen ist.

Deswegen wurden Anwohner gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch das nahegelegene Einkaufszentrum wurde vorsorglich geräumt. Am Abend wurde davon ausgegangen, dass keine Gefahr besteht, sondern es sich nur um eine Geruchsbelästigung handelt. Gegen 1.50 Uhr in der Nacht zu Samstag wurde der Alarm samt Warnungen für die Bevölkerung wieder aufgehoben.

Die Polizei teilte am frühen Morgen mit, dass der Brand gegen 3.15 Uhr unter Kontrolle war. Nachlöscharbeiten seien aber notwendig. 

Laut Polizei wurde ein mit Wasserstoffperoxid gefüllter Tank durch einen Gabelstapler beschädigt. In der Folge kam es zu einer chemischen Reaktion, die den Brand auslöste. Die genauen Umstände, die zu dieser Reaktion führten, müssen noch ermittelt werden.

Ein Übergreifen des Feuers auf eine angrenzende Lagerhalle konnte erfolgreich verhindert werden. Noch vor Brandausbruch wurden zwei Personen leicht durch Atemwegsreizungen durch den Austritt des Wasserstoffperoxids verletzt. Glücklicherweise wurde durch den anschließenden Brand niemand weiter verletzt.

Zu keinem Zeitpunkt habe eine Gefahr für die Bevölkerung bestanden betont die Polizei. Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 75.000 Euro geschätzt.

Als die Feuerwehr Edingen-Neckarhausen vor Ort eintraf, waren die dicken weißen Rauchschwaden über dem Gebiet sichtbar. Das ursprüngliche Einsatzstichwort ließ dieses Ausmaß nicht vermuten, es lautete „Gefahrgutunfall“, berichtet der Stellvertretende Kommandant Hannes Steffen Henn. Ein zu dem Zeitpunkt unbekannter Gefahrstoff sei aus einem Auflieger ausgetreten. Auch Menschen kamen mit dem Stoff in Kontakt, seien aber, so Henn, nicht schwer verletzt und dem Rettungsdienst übergeben worden.

Als die Einsatzkräfte bereits vor Ort waren, geriet der Auflieger, der vor einer Halle steht, in Brand. Im späteren Verlauf kam es auch zu Verpuffungen. Die Brandbekämpfung beschreibt Henn als schwierig, da man nur aus der Deckung löschen könne und stets auf die Eigensicherung achten muss. „Solche Einsätze bedeuten immer einen großen Zeit und Personalaufwand“, so Henn. Besonders aufwendig sei auch die Dekontamination der Einsatztrupps, die zudem regelmäßig ausgewechselt werden müssen.

Zur Unterstützung sind Feuerwehren aus der ganzen Region angerückt, auch eine zweite Drehleiter wurde angefordert. Das DRK ist ebenfalls angerückt. Zudem kam ein Abrollbehälter aus Weinheim, in dem sich Nachschubmaterial wie etwa frische Sauerstoffflaschen befindet.

Auch die ASB-Drohnengruppe ist vor Ort und erkundet die Lage aus der Luft mit einer Wärmebildkamera. Das Bild wird live übertragen und gibt der Einsatzleitung wichtige Informationen. Außerdem machen Spezialkräfte der Analytischen Task Force Messungen vor Ort.

Seine Kameraden und er stellen sich auf eine lange Nacht ein, sagt Henn gegen 23 Uhr. Da dauern die Löscharbeiten noch an. Erschwerend hinzu kommt, dass die Firma, auf deren Gelände der Auflieger brennt, eine Rückhaltung hat, sodass Wasser nicht direkt in die Kanalisation läuft. Diese Rückhaltung sei nun voll und müsse vermutlich leergepumpt werden, erläutert Henn.

Auf einem Parkplatz in unmittelbarer Nähe wurden eine Einsatzleitstelle sowie eine Versorgung eingerichtet. Denn nach wie vor ist hier einiges an Manpower gefragt. Was da sicher hilft, ist das Essen, das eigentlich für die Jahreshauptversammlung gedacht war. Und die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten, die Henn lobt.

Update: Samstag, 17. Januar 2026, 11.18 Uhr

Chemische Reaktion löste Brand in Neu-Edingen aus

Auf einem Firmengelände geriet am Freitagabend ein Gefahrgut-Auflieger in Brand. Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, hieß es.

Edingen-Neckarhausen. (pri) Gegen 19 Uhr war die Feuerwehr am Freitagabend zunächst wegen eines Gefahrgutaustritts aus einem Lastwagen-Auflieger alarmiert worden. Während des laufenden Einsatzes kam es offenbar zu einer chemischen Reaktion, in deren Folge ein Brand ausbrach.

Zahlreiche Feuerwehren aus dem gesamten Rhein-Neckar-Kreis wurden alarmiert. Insgesamt sind mehr als 100 Einsatzkräfte vor Ort, die mit einem längeren Einsatz rechnen. Die Bevölkerung wurde über Warn-Apps aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Ein in der Nähe befindlicher Supermarkt musste vorsorglich geräumt werden.

Update: Freitag, 16. Januar 2026, 23.20 Uhr

Gefahrgut-Auflieger brennt in Neu-Edingen

Edingen-Neckarhausen. (pol/rl) Aktuell kommt es in der Rosenstraße in Neu-Edingen zu einem Einsatz von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst. Grund hierfür ist ein in Brand geratener Gefahrgut-Auflieger auf einem Firmengelände.

Das Feuer sorge für eine starke Rauchentwicklung und Geruchsbelästigung, hieß es auf der Warnapp „Katwarn“. Anwohner werden gebeten, vorsorglich Türen und Fenster geschlossen zu halten. Nach aktuellem Stand besteht jedoch keine Gefahr für die Bevölkerung.