In Stuttgart sind Spielstraßen immer noch eine Seltenheit. Die Stadtverwaltung hat daher bereits seit 2023 das Projekt „Mehr Platz zum Spielen“ ins Leben gerufen. Dabei können sich Anwohner melden und ihre Wünsche zur Einrichtung von Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten für Kinder auf Fahrbahnen anmelden. Nunmehr wurde die vierte Maßnahme in der Steinenhausenstraße im Stuttgarter Westen umgesetzt.

Anwohner haben Unterschriften gesammelt

Mancher Nachbar in der beschaulichen Hanglage oberhalb der Rosenbergstraße mit vornehmlich Einfamilienhäusern wunderte sich über die plötzliche Baumaßnahme in der sonst eher ruhigen Anliegerstraße, und noch mehr über das Resultat. Seit November vergangenen Jahres stehen im oberen Bereich der Steinenhausenstraße mehrere schwere Betonklötze auf einem Teil der Straße. „Sie dienen als Sitzmöglichkeit“, erklärt Stadtsprecher Oliver Hillinger. Zudem weisen blaue Kreise auf dem Asphalt auf die neue Nutzung als Spielstraße hin.

Der Standort entlang der Bahnstrecke und dem Zugang zum angrenzenden Spielplatz ist dabei bewusst gewählt – aber nicht etwa von der Stadtverwaltung. „Vielmehr haben Anwohner eine Unterschriftenliste für das Projekt gesammelt“, erklärt Hillinger. Ziel sei es, den Weg von und zum Spielplatz durch den Wegfall einiger Parkplätze vor allem im Kurvenbereich übersichtlicher und damit sicherer für die Kinder zu machen. Angesichts dessen wurde der Verlust der Stellflächen im Wohngebiet von der Verwaltung als verträglich eingestuft.

Zwei Maßnahmen im Jahr geplant

Alle Wünsche, die in diesem Rahmen an die Stadt herangetragen werden, würden auf die Umsetzbarkeit geprüft. Nach den beiden Pilotprojekten im Vivaldiweg in Botnang und der Obernitzstraße im Stuttgarter Osten wurden 2025 auch Spielbereiche in der Burgfelderstraße in Möhringen und eben in der Steinenhausenstraße realisiert. „Derzeit ist geplant, zwei Maßnahmen im Jahr umzusetzen“, sagt Hillinger.

Das Projekt soll niederschwellig und ohne großen baulichen Aufwand, überwiegend durch Straßenmarkierung und eine einfache Möblierung erfolgen. Auch um den finanziellen Aufwand in Zeiten knapper Haushaltskassen so gering wie möglich zu halten. Die Stadtverwaltung rechnet mit Kosten von rund 35.000 Euro für den Umbau in der Steinenhausenstraße – und vor allem mehr Platz zum Spielen für Kinder.