Debatte über Friedensnobelpreis
Nobelpreiskomitee in Oslo stichelt gegen Trump
17.01.2026 – 13:20 UhrLesedauer: 1 Min.
Donald Trump und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado mit der Urkunde im Weißen Haus. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/President Donald J. trump/X via Bestimage/imago)
Die Debatte um die Weitergabe des Friedensnobelpreises an Trump dauert an. Oslo veröffentlicht eine Liste mit ähnlichen Fällen. Auch eine NS-Größe taucht dort auf.
Kaum hat Venezuelas Oppositionsführerin María Corina Machado US-Präsident Donald Trump ihre Nobelpreis-Medaille übergeben, meldet sich das Nobelinstitut in Oslo erneut mit einer Klarstellung zu Wort. „Der Nobelpreis und der Preisträger sind untrennbar miteinander verbunden“, heißt es in einer Mitteilung auf der Webseite des Instituts.
Ohne auf Machado näher einzugehen, behandelt das Nobelpreiskomitee ähnliche Fälle.
Ausführlich werden dabei Preisträger aufgeführt, deren Ehrungen nicht mehr in Händen der Preisträger oder ihrer Familie sind. Darunter findet sich etwa der russische Journalist und Friedensnobelpreisträger (2021) Dmitri Muratow, der seine Medaille verkaufte und den Erlös für ukrainische Flüchtlingskinder spendete. Aber auch der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan (2001). Dessen Witwe hatte Urkunde und Medaille nach Annans Tod an die UN weitergereicht.
In der Liste des Nobelpreiskomitees taucht aber auch der norwegische Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun (1920) auf. Er hatte seine Medaille 1943 dem Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels zugeschickt. Eine wenig schmeichelhafte Galerie für Donald Trump.
„Unabhängig davon, was mit der Medaille, der Urkunde oder dem Preisgeld geschieht, ist und bleibt der ursprüngliche Preisträger derjenige, der als Empfänger des Preises in die Geschichte eingeht“ betonte das Institut in seiner Stellungnahme.
