Berge müssen eigentlich nicht von Menschenhand erschaffen werden, trotzdem gibt es einige künstliche Erhebungen in Deutschland, zu den bekanntesten zählt der Olympiaberg in München.

Zu zweifelhaftem Ruhm bringt es auch der Augsburger Müllberg, ein Schuttberg der Mülldeponie Augsburg-Nord. Ist er womöglich der höchste künstliche Berg in ganz Deutschland?

Der Augsburger Müllberg hat Konkurrenz

Die gar nicht so befriedigende Antwort lautet: vielleicht. Mit 512 Metern über dem Meeresspiegel ist er zumindest ganz vorn mit dabei. Doch eventuell ist der Monte Kali in Heringen in Hessen höher. Zumindest gibt es einen theoretischen Maximalwert, was dessen mögliche Aufschüttung angeht. Und der liegt bei 520 Meter.

2021 jedoch war er ganze 15 Meter niedriger. 505 Meter über dem NHN (dem amtlichen Höhennullpunkt) wurden damals gemessen. Demnach wäre der Augsburger Müllberg aktuell also sieben Meter höher – und somit der derzeit höchste künstlich angelegte Berg Deutschlands.

Symbol der Wegwerfgesellschaft?

Künstliche Berge gibt es auch anderswo in Deutschland. Der Teufelsberg in Berlin etwa oder der Birkenkopf in Stuttgart, der mit 511 Meter Höhe nur knapp hinter dem Augsburger Müllberg liegt. Der Unterschied liegt vor allem in dem, was da unter der Oberfläche liegt. Während Teufelsberg, Birkenkopf und andere künstliche Erhebungen teilweise oder vollständig mit Trümmerschutt aus dem Zweiten Weltkrieg aufgeschichtet wurden, ist der Müllberg exakt das, was der Name schon verrät: ein riesiger Berg voller Abfall der Menschen aus Augsburg und der Umgebung.

Geplant war für den Berg übrigens einmal eine Maximalhöhe von 35 Metern – dass er einmal Platz 1 der höchsten künstlich angelegten Berge Deutschlands erklimmen würde, hat man sich Anfang der 1950er Jahre, als die Deponie entstand, sicher nicht so erträumt.

Doch aus dem Müll, der bis in die 1980er Jahre durch hohe Schadstoffbelastung noch eine Gefahr für das Grundwasser bildete, ist inzwischen etwas Schönes geworden: Seit 2016 ist ein Teil des Berges als Aussichtspunkt und Naherholungsgebiet für die Öffentlichkeit freigegeben. Von dort oben sieht man nicht nur Augsburg und das benachbarte Gersthofen, sondern bei guter Fernsicht sogar bis in die Alpen.

Außerdem wird das durch den Abbau des organischen Materials im Müll gewonnene Deponiegas heute genutzt, um etwa 750 Privathaushalte mit Strom zu versorgen.

  • Katja Brauchle

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