Leipzig (Sachsen) – Leipzig im Ausnahmezustand, Großdemo im linksalternativen Stadtteil Connewitz. Doch diesmal geht es um einen Konflikt unter Linken. 3000 Teilnehmer werden erwartet. Und kaum sind die ersten Demonstranten auf der Straße, kommt es bereits zu Gewalt. Aus dem Lager der linken pro-palästinensischen Demonstranten wurde bei einer Kundgebung ein Kamera-Team des MDR angegriffen, dies berichtet der Sender selbst.
Vor dem Übergriff wurde das Team bereits von zwei Personen verfolgt, berichten die MDR-Reporter. Sie hätten immer wieder versucht, mit Plakaten die Pressearbeit der Journalisten zu behindern. Als der Sicherheitsdienst des MDR die beiden versuchte abzudrängen, eskalierte wohl die Gewalt. Es sei zu einem Handgemenge gekommen, bei dem ein Sicherheitsmitarbeiter einen Ellbogen ins Gesicht bekam. Die Polizei schützt nun das Kamera-Team. Ein Tatverdächtiger sei gestellt worden, schreibt die Polizei über den Nachrichtendienst X.

Friedenstaube, Kalaschnikow und Palästinenser-Flaggen: Die „Migrantifa“ ist in Leipzig-Connewitz aufmarschiert
Foto: Sebastian Willnow/dpa
Seit dem Mittag läuft die Demonstration der mit Israel solidarischen Antifa aus Connewitz, später am Nachmittag laufen die pro-palästinensischen Gruppen (Migrantifa) los. Dazu kommen sechs Kundgebungen.

Die linke, mit Israel solidarische Antifa hat als erste ihren Demo-Zug gestartet
Foto: IMAGO/EHL Media
Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, unterstützt von Einheiten aus anderen Bundesländern und dem LKA. Wichtige Straßen um das für Straßenschlachten berüchtigte Connewitzer Kreuz, u. a. die Karl-Liebknecht-Straße und die Bornaische Straße, sind teilweise gesperrt. Hubschrauber kreisen über der Stadt.
Wochenlang hatten die pro-palästinensischen Gruppen bundesweit für die erwartete Groß-Randale mobilisiert, Antifa-Sympathisanten wie die „Rote Flora“ in Hamburg hatten Unterstützung für die Connewitzer angekündigt. Der sächsische Verfassungsschutz bewertet die Versammlungslage als Ausdruck einer Kontroverse zwischen linksextremistischen Spektren zum aktuellen Nahost-Konflikt.