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In Miami gehen die Friedensverhandlungen zwischen Kiew und Washington weiter. Selenskyj warnt derweil vor einem russischen Großangriff. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update, 16:16 Uhr: Ukrainische Unterhändler sind zu den angekündigten Gesprächen über den Ukraine-Krieg in den USA eingetroffen. Das teilte Kyrylo Budanow, Leiter des ukrainischen Präsidentenamtes, auf Telegram mit. Das Treffen soll in Miami im US-Bundesstaat Florida stattfinden. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sei die Hauptaufgabe der ukrainischen Delegation, „ein vollständiges und genaues Bild davon zu vermitteln, was die russischen Angriffe anrichten“.

In einem Post auf der Plattform X schreibt er: „Zu den Folgen dieses Terrors gehört auch die Diskreditierung des diplomatischen Prozesses.“ Die US-Seite müsse dies verstehen. Zudem seien Fortschritte bei den Dokumenten erforderlich, an denen derzeit gearbeitet werde: „Die Ukraine war nie ein Hindernis für den Frieden und wird es auch nie sein. Nun liegt es an unseren Partnern zu entscheiden, ob die Diplomatie vorankommt.“

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Update, 14:38 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat wegen der anhaltenden ‍russischen Angriffe auf die Energieversorgung den schnellstmöglichen Ausbau der Stromimporte und der Einfuhr zusätzlicher Energieausrüstung angeordnet. „Alle dafür nötigen Entscheidungen sind bereits getroffen, und die Steigerung der Importe muss ohne Verzögerung erfolgen“, teilt Selenskyj nach einem Treffen mit hochrangigen Regierungs- und Militärvertretern auf der Online-Plattform X mit.

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine.Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine. © Danylo Antoniuk/dpaNews im Ukraine-Krieg: Brände nahe Moskau sorgen für Aufsehen

Update, 10:37 Uhr: Zwei Brände haben in der Umgebung von Moskau für Aufsehen gesorgt. Im Vorort Woskresensk ist ein Feuer in einem der größten Chemiewerke Russlands ausgebrochen, wo Sprengstoffe für die Armee hergestellt werden – in den umliegenden Gebieten ist ein starker chemischer Brandgeruch wahrnehmbar. Das meldet unter anderem der russische Telegram-Kanal Astra. Einen zweiten Brand meldet Ukrainska Pravda aus einem Umspannwerk knapp 100 Kilometer von Moskau entfernt. Teile der Großstadt Serpuchow seien dadurch ohne Strom. Die Vorfälle ereignen sich vor dem Hintergrund des anhaltenden Ukraine-Kriegs, in dem Angriffe auf russische Infrastruktur zunehmen. Die ukrainischen Streitkräfte haben sich bislang jedoch nicht zu einem Angriff bekannt.

Ukraine-News: Kiew meldet massiven Drohnenangriff aus Russland

Update, 8:28 Uhr: Russland hat in der Nacht einen massiven Drohnenangriff auf die Ukraine durchgeführt. Die ukrainische Luftverteidigung konnte nach eigenen Angaben 96 Drohnen abschießen, doch 16 Drohnen trafen Ziele an elf Orten. Wie die ukrainischen Luftstreitkräfte mitteilten, starteten die russischen Streitkräfte seit 18:00 Uhr am 16. Januar verschiedene Drohnentypen von den Standorten Millerowo, Kursk, Orjol und Primorsko-Akhtarsk sowie aus den besetzten Gebieten in Donezk. „Etwa 75 der Drohnen waren Shahed-Kamikaze-Drohnen“, hieß es laut Ukrainska Pravda. An der Abwehr beteiligten sich Kampfjets, Flugabwehrraketen-Einheiten und mobile Feuergruppen.

Ukraine-News: Neue Verhandlungen zwischen Washington und Kiew

Erstmeldung vom 17. Januar: Kiew/Moskau – Die Verhandlungen zwischen den USA und der Ukraine für ein Ende des Ukraine-Kriegs werden heute in Miami fortgesetzt. Dabei stehen ukrainischen Angaben zufolge vorwiegend Sicherheitsgarantien und die langfristige ökonomische Entwicklung des kriegsgebeutelten Landes im Fokus. Washington versucht seit Monaten, ein Friedensabkommen zwischen den Kriegsgegnern zu vermitteln, doch bei grundsätzlichen Fragen wie einem möglichen NATO-Beitritt der Ukraine und russischen Gebietsansprüchen sind die Positionen Moskaus und Kiews weit voneinander entfernt.

Ukraine: Ein Gebäude steht nach einem russischen Shahed-Drohnenangriff in Flammen.Ukraine: Ein Gebäude steht nach einem russischen Shahed-Drohnenangriff in Flammen. © Tommaso Fumagalli/dpa

Die ukrainische Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna, kündigte auf Facebook an, bei dem heutigen Treffen mit US-Vertretern solle an Abkommen über Sicherheitsgarantien und zum „wirtschaftlichen Aufblühen der Ukraine“ mit einem Gesamtvolumen von umgerechnet bis zu 690 Milliarden Euro gearbeitet werden. Bei einem günstigen Verlauf könne es bereits kommende Woche beim Weltwirtschaftsforum in Davos zu einer Unterzeichnung kommen.

Neue Verhandlungen über Ende des Ukraine-Kriegs

Zur ukrainischen Delegation gehören der Sekretär des Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, der Leiter des Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, und der Chef der Parlamentsfraktion der Präsidentenpartei Diener des Volkes, David Arachamija. Medienberichten zufolge sollen auf amerikanischer Seite der US-Sondergesandte Steve Witkoff sowie Trumps Schwiegersohn Jared Kushner dabei sein.

Eine russische Teilnahme an den Verhandlungen ist nicht geplant. Erwartet wird jedoch bald eine Reise von US-Unterhändlern nach Moskau. Am Donnerstag hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow deutlich gemacht, Russland hoffe auf einen baldigen Besuch der US-Unterhändler Witkoff und Kushner für Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs. Die amerikanische Seite spricht einerseits mit der Ukraine und europäischen Verbündeten, andererseits mit Moskau. Direkte Friedensverhandlungen zwischen den beiden Kriegsparteien gibt es derzeit nicht.

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Parallel zu den diplomatischen Bemühungen warnte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj vor dem Hintergrund einer Kältewelle und massiven Problemen bei der Energieversorgung vor neuen massiven russischen Luftangriffen im Ukraine-Krieg. In seiner abendlichen Videobotschaft betonte er: „Heute wurden den Luftabwehr-Einheiten und dem Militär besondere Aufgaben zugewiesen. Unser Geheimdienst berichtet, dass Russland neue großangelegte Angriffe vorbereitet.“

Die Sicherheitslage verschärft sich zusätzlich durch die extremen Wetterbedingungen. In der Ukraine herrscht seit Tagen starker Frost und in den Nächten sinken die Temperaturen teils auf minus 20 Grad. Zugleich hat das russische Militär durch systematische Raketen- und Drohnenangriffe auf Energieanlagen Ausfälle bei der Versorgung mit Strom und Fernwärme in weiten Landesteilen verursacht. Besonders dramatisch ist die Lage in der Hauptstadt Kiew, wo es seit Tagen zu Notabschaltungen des Stroms kommt. (red)