„Es lebe die Freiheit, nieder mit der Diktatur. Europa wach auf!“ schallt es am Samstagnachmittag immer wieder über den Rathausplatz. Rund 120 Iranerinnen und Iraner und deren Unterstützer haben sich versammelt, um auf die Lage in ihrem Land aufmerksam zu machen. Trotz Temperaturen unter null Grad harren sie gut zwei Stunden aus und machen durchgehend lautstark auf ihr Anliegen aufmerksam.
„Meine Mutter und mein Bruder sind noch im Iran. Zu beiden habe ich wegen des abgeschalteten Internets und Telefons derzeit keinen Kontakt“, erzählt einer der Demonstranten. Er mache sich große Sorgen. Immer wieder erfahre man über Umwege von Schicksalsschlägen von Verwandten und Bekannten in der Heimat. Selbst Kinder würden per Kopfschuss getötet. Seinen Namen will der Mann nicht nennen. Auch Fotos lehnt er ab. „Wir haben Angst um unsere Sicherheit und die unserer Familien im Iran“, erklärt er.
Augsburger Iraner: Wenn keine Hilfe kommt, sterben noch mehr Menschen
Der Mann in der gelben Warnweste hält ein Schild in die Luft, auf dem steht: „Bitte helfen sie dem iranischen Volk“. Der Appell, erläutert er weiter, richte sich an Europa und auch die USA, dem „Treiben des Mullah-Regimes“ ein Ende zu setzen. „Wir wollen Freiheit, wir wollen Frieden“, ruft ein anderer. Dann setzt wieder Musik ein. Bereits in der vergangenen Woche schilderten Augsburger Iraner, wie sie die Situation erleben. Ohne die Hilfe anderer Länder seien Iranerinnen und Iraner dem Regime machtlos ausgesetzt. „Das Regime ist schwer bewaffnet, unsere Leute stehen mit leeren Händen da. Es muss Hilfe kommen, sonst sterben noch mehr Menschen.“
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Andrea Wenzel
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