Was für ein bitterer Fehlstart ins neue Fußballjahr! Beim 0:2 gegen den KSC erlebt Zweitligist Münster den wohl schwärzesten Nachmittag in der laufenden Saison. Gibt eine Heimpartie aus der Hand, in der die Gäste schon zur Pause deutlich hätten zurückliegen müssen. Mehr noch. Im zweiten Durchgang schlagen sich die Jungs von Chefcoach Alexander Ende (46) – mit „freundlicher Unterstützung“ des schwachen Schiedsrichters Eric Weisbach (29/Halle) – dann sogar selbst…
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Schmerzhafter Rückschlag. Preußen eiert – Karlsruhe feiert!
Wie geht denn sowas? Die Badener schießen in 90+9 Minuten aus dem Spiel heraus kein einziges Mal auf den Kasten der „Schwarz-Weiß-Grünen“ – und gewinnen trotzdem 2:0. Weil ihr Kult-Kapitän Marvin Wanitzek (32) per Standards den Doppelpack schnürt. Erst setzt er einen Traum-Freistoß (79.) aus 22 Metern in die Maschen, wenig später verwandelt er vom Punkt (86.) eiskalt.
Beide Szenen in ihrer Entstehung allerdings zweifelhaft. Vorm 0:1 unterläuft Preußen-Keeper Johannes „Jojo“ Schenk (22) ein schwerer Patzer, als er den Ball direkt in die Füße des Karlsruhers Lilian Eglof (23) spielt. Abwehrchef Paul Jäckel (26) versucht noch zu retten, senst Eglof dabei um. Freistoß und Gelb völlig okay. Doch Schiri Weisbach setzt noch einen drauf, bewertet die Szene als Notbremse und zückt Knallrot. Harte Entscheidung.

Schiri Eric Weisbach (l.) kennt keine Gnade, schickt Preußens Abwehrchef Paul Jaeckel mit Knallrot wegen Notbremse vorzeitig in die Kabine
Foto: Friso Gentsch/dpa
In Unterzahl versuchen die „Adlerträger“, zumindest einen Zähler irgendwie zu retten. Und fangen sich dabei einen Konter ein. KSC-Einwechsler Rafael Pinto Pedrosa (23) kommt nach einem Harmlos-Rempler von Jano ter Horst (23) im Strafraum zu Fall. Und erhält dafür einen umstrittenen Elfmeter.
Auf der anderen Seite zeigt sich Weisbach weniger großzügig. So kassiert er in der 50. Minute das vermeintliche 1:0 der Preußen von Jorrit Hendrix (30/50.) nach VAR-Ansicht wieder ein. Weil der starke KSC-Schnapper Christian Bernat (25) zuvor gegen Vorbereiter Zidan Sertdemir (20) bereits die Hand auf der Kugel gehabt haben soll. Ebenfalls eine fragwürdige Auslegung. Dagegen lässt der „Mann in Schwarz“ eine Attacke gegen Oliver Batista Meier (24) Sekunden zuvor unüberprüft…
Fakt jedoch: Den unglücklichen Ausgang der Partie vor 10.231 Zuschauern allein am Unparteiischen festzumachen, wäre definitiv falsch. Denn die Preußen, die über weite Phasen der Begegnung dominant und spielstark auftraten, scheiterten einmal mehr an ihrer größten Schwäche – dem Toreschießen. Hendrix (4./32.), Marcel Benger (37/21. und 22.), Sertdemir (19.) und Jaeckel (43.) vergaben allein im ersten Durchgang gleich sechs dicke Dinger. KSC-Coach Christian Eichner () nach dem Abpfiff ehrlich: „Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn wir nach 45 Minuten mit einem klaren Rückstand in die Kabine gegangen wären.“

Preußen-Trainer Alexander Ende ließ beim Abpfiff betrübt den Kopf hängen. Dabei konnte er seinen Jungs beim Heim-0:2 gegen Karlsruhe kaum einen Vorwurf machen. Bis auf die mangelnde Chancen-Verwertung…
Foto: Marc Schüler/dpa
Die Abschluss-Schwäche gewinnt zudem an Brisanz, da die Preußen mit Lars Lokotsch (30) in den kommenden vier bis sechs Wochen jetzt auch noch auf ihren Sturm-Brecher (Muskelbündelanriss) verzichten müssen. Neben Oscar Vilhelmsson (22/muskuläre Probleme), Malik „Batman“ Batmaz (25/Kreuzbandriss), Joshua Mees (29/Bein-Entzündung) und Leon Tasov (20/Muskelbeschwerden) bereits der fünfte Ausfall im Angriff.
Bedeutet: Die Preußen müssen und werden bis zur Schließung des Transferfensters am 2. Februar noch einmal dringend nach einem weiteren Angreifer – möglichst mit „eingebauter Tor-Garantie“ – fahnden müssen. Eine verdammt knifflige Aufgabe. Doch Sportdirektor Jan Uphues (38) stellt klar: „Wir sind nicht unvorbereitet.“
Schau‘n wir mal…