Beim ersten Kammerkonzert des neuen Jahres kann man sich von der Tiefe und Komplexität dieses Meisterwerks verzaubern lassen, das als eines der anspruchsvollsten Werke der Klaviermusik gilt.
„Viniciu Moroianu wird die Goldberg Variationen zum Leuchten bringen“, sagt Liviu Neagu-Gruber, der seit 18 Jahren als künstlerischer Leiter die Reihe „Martfeld-Klassik“ organisiert. Der Pianist Moroianu und der Geiger Neagu-Gruber kennen sich seit ihren gemeinsamen Kindertagen in Rumänien. „Viniciu ist ein wunderbarer Mensch. Er war schon als Jugendlicher ein Star, heute ist er die Nummer eins in Rumänien“, erklärt Liviu Neagu-Gruber, der als Primarius des Martfeld Quartetts sonst meist selbst bei Martfeld Klassik spielt.
Eine pianistische
Herausforderung
Die Goldberg-Variationen stellen eine große Herausforderung für Pianisten dar. Eigentlich ist das erstaunlich, denn Bach hatte sie für Johann Gottlieb Goldberg, einen seiner Cembalo-Schüler geschrieben und der war damals – 1741 – wohl erst 13 oder 14 Jahre alt. Bach habe ihn als seinen fähigsten Schüler erachtet, schrieb Johann Nikolaus Forkel, der erste Bach-Biograf. Zu technischem Können, spielerischer Präzision und Ausdruckskraft kamen ein hohes improvisatorisches Können und die Fähigkeit, schwierigste Partituren vom Blatt zu spielen hinzu. Der junge Pianist sollte angeblich diese Musik dem Grafen von Keyserlingk gegen dessen Schlafstörungen vorspielen. Vielleicht ist das eine Legende, aber sie hat sich gehalten.
Um „Schlafmusik“ handelt es sich jedoch nicht bei diesem Höhepunkt barocker Variationskunst. Das Werk zeigt einen planvollen Gesamtaufbau in 32 Variationen, aus denen sich eine Welt aus Klang und Bewegung entfaltet.
Ein Basisthema liefert stets den inhaltlichen Zusammenhang, jeder Satz weist einen eigenen Charakter auf. Die Haupttonart G-Dur sorgt für eine ruhige, sanfte und warme Stimmung, die man mit Glücksgefühlen verbinden kann. Etwa eine Stunde und zwanzig Minuten dauert Bachs Meisterwerk. „So, wie Viniciu spielt, vergeht die Zeit wie im Flug“, sagt Neagu-Gruber. „Er spielt mit solcher Intensität, dass auch das Zuhören intensiv ist“.
Viniciu Moroianu wurde 1962 in Bukarest als Sohn einer Musikerfamilie geboren. Er studierte Klavier an der Musikuniversität Bukarest und am Moskauer Konservatorium. Er hat ein umfangreiches Repertoire und gewann viele internationale Wettbewerbe. Konzertauftritte führten ihn nach Paris, Rom, Berlin, Venedig, Palm Beach, Athen, Budapest und Bratislava. An der Musikuniversität Bukarest war der renommierte Pianist Professor für Kammermusik und Klavier. „In seinem tiefgründigen Spiel sind auch die leisesten Töne voller Energie“, schwärmt sein Freund Neagu-Gruber und freut sich auf das Zuhören und Genießen.
Karten gibt es unter Telefon 02336/91 44 37 und -38 oder nach E-Mail an [email protected] sowie unter: