Weitere Proteste gegen das Iran-Regime in Niedersachsen | ndr.de

Menschen demonstrieren mit Fahnen auf einer Straße in Hannover.

AUDIO: Menschen in Niedersachsen demonstrieren weiter gegen Iran-Regime (1 Min)

Stand: 17.01.2026 17:58 Uhr

In Niedersachsen waren am Samstag weitere Proteste gegen das iranische Regime geplant. In Lüneburg wollten drei Künstlerinnen und Künstler mit einer Straßenperformance ein Zeichen setzen.

Mit nachgestellten Szenen aus dem Iran wollten sie auf die Gewalt des dortigen Regimes aufmerksam machen und die Tötung von Menschen thematisieren. Ziel sei es, Passantinnen und Passanten zum Hinschauen zu bewegen und das Ausmaß der Grausamkeiten sichtbar zu machen. Nach eigenen Angaben verstehen sie die Aktion als Versuch, ihren Landsleuten eine Stimme zu geben. Die Performance sollte um 16 Uhr auf dem Marktplatz in Lüneburg beginnen. Auch in Hannover und Göttingen waren Aktionen gegen das iranische Regime geplant.

450 Teilnehmer bei Demo in Hannover

In Hannover versammelten sich laut Polizei bereits am Donnerstagabend rund 450 Menschen. Sie forderten unter anderem den Rücktritt des iranischen Religionsführers Ali Chamenei. Die Menschen äußerten sich wütend und besorgt um ihre Angehörigen im Iran. Eine Vertreterin des deutsch-iranischen Kulturvereins sprach bei der Kundgebung von einem Massaker an den Menschen im Iran. Der Flüchtlingsrat Niedersachsen forderte von der niedersächsischen Landesregierung einen sofortigen Abschiebestopp sowie den Einsatz für einen bundesweiten Abschiebestopp. Die aktuellen landesweiten Proteste im Iran würden wie in den Vorjahren vom Mullah-Regime mit äußerster Brutalität niedergeschlagen, heißt es vom Flüchtlingsrat weiter.

Protestierende halten Fahnen und Schilder in den Händen.

Die gesamte Familie der Braunschweigerin Nisthman Abdollahi lebt im Iran. Seit Tagen hat sie nichts von ihnen gehört.

Erstes Bundesland im Norden erlässt Abschiebestopp

Die Bundesländer haben die Möglichkeit, für bis zu drei Monate eigenständig einen solchen Abschiebestopp zu erlassen, für längere Zeiträume braucht es das Einvernehmen des Bundesinnenministeriums. Schleswig Holstein hat am Donnerstag als erstes Bundesland im Norden einen Abschiebestopp erlassen. Das niedersächsische Innenministerium hält einen förmlichen Abschiebestopp für Iraner hingegen für nicht notwendig. Seit dem Auslaufen des letzten bundesweiten Abschiebestopps Ende 2023 sei aus Niedersachsen niemand in den Iran zurückgeführt worden, sagte Ministeriumssprecher Oliver Grimm am Freitag. „Stoppen, was nicht passiert, scheint uns vor diesem Hintergrund nicht notwendig“, erklärte Grimm. Wichtiger als eine solche „symbolische Geste“ sei nun, dass das Auswärtige Amt zügig einen Lagebericht zum Iran vorlege. Auf dieser Grundlage könne das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über Asylanträge entscheiden.

Aktivisten sprechen von mehr als 3.400 Todesopfern

Sicherheitskräfte, Revolutionsgarden und Milizen im Iran reagieren mit Gewalt unter anderem auf Demonstranten. Berichten zufolge sind bereits Tausende Menschen getötet und unzählige verletzt worden. Aktivisten sprechen von mehr als 3.400 Todesopfern. Außenminister Abbas Araghtschi sagte am Donnerstag in einem Interview mit dem Sender Fox News, dass es keine Hinrichtungen im Zusammenhang mit den Massenprotesten geben solle. Stattdessen sei das Land bereit, mit den USA zu verhandeln. Im Jahr 2025 wurden dem Flüchtlingsrat zufolge im Iran mutmaßlich mehr als 1.500 Menschen hingerichtet, so viele wie noch nie.

Abbas Araghtschi schiebt seine Brille auf der Nase nach unten.

Im Iran wurden viele Menschen bei den Protesten getötet – Hinrichtungen soll es aber nicht geben. Dies zumindest sagte Außenminister Araghtschi im US-Fernsehen. In der Nacht schloss der Iran zeitweise seinen Luftraum.

Diba Mirzaei vom Hamburger GIGA Institut.

Die Proteste könnten das Regime ernsthaft gefährden, sagt Diba Mirzaei vom Hamburger GIGA Institut. Ob eine US-Intervention den Menschen im Iran helfen würde, bezweifelt sie.

Flagge Iran

Das hat Sozialministerin Aminata Touré ab sofort angeordnet. Grund sei die aktuelle Situation im Iran.

In Kiel gibt es eine Demonstration zur Solidarität mit den Menschen im Iran.

Am Welcome Center sind laut Polizei Mittwochabend bis zu 200 Menschen zusammengekommen. Ein Bündnis aus Flüchtlingsrat und ZBBS hatte die Kundgebung angemeldet.

Eine Demonstration von Iranern in Hamburg.

Aus der großen iranischen Community in Hamburg kommt Solidarität für die Proteste im Iran. Eine Aktivistin erklärt, warum.

Drei Autos sind auf der A2 bei Hannover nach einem Unfall stark beschädigt.

Zwischenzeitlich wurde am Freitag auf Höhe Wunstorf eine Vollsperrung eingerichtet. Im Anschluss staute sich der Verkehr.

Tierpfleger Yule Müller mit den Gelbbrustaras.

Insgesamt leben im Zoo Hannover 1.779 Tiere, es gibt 164 Arten. Die Inventur ist wichtig für den internationalen Artenschutz.

Ein Streifenwagen fährt auf der Autobahn.

Am Freitagabend war ein Lkw bei Hann. Münden in Brand geraten. Die Bergungsarbeiten dauerten bis Samstagmittag.

Der verurteilte Straftäter Alexander K. steht hinter zwei Justizbeamten.

Nach seiner Entlassung soll Alexander K. seine Partnerin schwer verletzt haben. Hätte die Führungsaufsicht das verhindern können?

Polizeisiegel an einer Tür in Hannover Groß Buchholz. Hier ist eine 42-Jährige mutmaßlich getötet worden.

Drei Autos sind auf der A2 bei Hannover nach einem Unfall stark beschädigt.