An der Volkshochschule (VHS) im Landkreis Leipzig haben sich für das erste Halbjahr 2026 etwa 700 Menschen mehr für Kurse angemeldet als im vergangenen Jahr. Wie die Bildungseinrichtung mitteilt, sind bereits 2.500 Anmeldungen eingegangen. Im gleichen Zeitraum ein Jahr davor seien es 1.800 gewesen.

Auch die Kursgebühren werden stabil bleiben, versichert der stellvertretende Leiter, Christian Möller, im Gespräch mit MDR SACHSEN: „Wir sind da in einer anderen Situation als die Stadt Leipzig. Natürlich muss man mitunter reagieren, wenn wir irgendwo eine Turnhalle haben oder einen Unterrichtsraum, für den wir mehr Miete bezahlen müssen“. Da ergebe sich dann vereinzelt eine Erhöhung, so Möller.

Ältere Menschen digital fit machen

Ein Schwerpunkt der VHS liegt auf digitalen Alltagskompetenzen. Dazu gehören Kurse zur Nutzung von Smartphone und Tablet, zur elektronischen Patientenakte und zu Videosprechstunden bei Ärzten, erklärt Programmkoordinatorin Kathleen Kaden.

In Grimma ist beispielsweise in dieser Woche ein Kurs zum Umgang mit digitalen Geräten mit sechs älteren Teilnehmenden – drei Männern und drei Frauen – gestartet. Der 71 Jahre Andreas Jaenig aus Wurzen sagt: „In erster Linie will ich es selbst erstmal verstehen. Und wenn man dann besser damit umgehen kann, dann gibt man das gern auch weiter, wenn man gefragt wird.“

Hilfe vom Nachbarsohn reicht nicht

Kursleiter Bernd Mützlaff war früher in der IT‑Branche tätig. Jetzt erklärt er die Nachfrage: „Viele bekommen Hilfe von den Enkeln oder dem Nachbarsohn. Die machen das dann schnell, aber sie können es nicht erklären. Die Leute wissen dann nicht, wie das passiert ist und kennen die Zusammenhänge nicht. Deshalb haben sie sich durchgerungen, sich das mal anzueigenen und ein paar Grundlagen zu haben.“

Kleine Gruppen mit vier bis sechs Personen findet Mützlaff dabei am besten. Sie erlauben eine individuelle Betreuung und nicht nur ein „Trouble-Shooting“, wie in anderen Kursen mit teilweise bis zu 20 Menschen, die er in Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern zu betreuen hatte. An der Grimmaer VHS unterrichtet er seit vergangenem Sommer.

VHS ermöglicht lebenslanges Lernen

Für den stellvertretenden Leiter Möller steht neben der lebenslangen Weiterbildung der soziale Aspekt im Vordergrund: „Man lernt, um sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln und um auf Anforderungen in der Gesellschaft – und da haben wir aktuell viele Änderungen – auf die wir reagieren. In der Volkshochschule spielt die Begegnung eine besondere Rolle. Das ist für viele wichtig, in der VHS mit anderen gemeinsam zu lernen und Wissen zu teilen.“

Geschlechterunterschiede in den Kursen?

VHS-Programmkoordinatorin Kaden hat sich außerdem die Anmeldungsstatistiken angesehen. „Das Klischee wird wahrscheinlich bestätigt, dass tendenziell doch mehr Frauen an die Volkshochschule kommen.“ Gleichzeitig bemerkt sie: „Gerade in den Kursen der Senioren haben wir wirklich eine sehr ausgeglichene Mischung.“

Im neuen Format „Selbstwirksam Beziehungen gestalten“, berichtet Kaden, gehe es um Auseinandersetzungen mit Emotionen. „Da haben wir schon auch den überwiegenden Teil an Frauen, aber auch vereinzelt Männer, die natürlich einen wunderbaren Beitrag leisten“, so die Mitarbeiterin.