Das war der erhoffte Auftakt für eine mögliche Aufholjagd! Im Zweitliga-Abstiegskampf schlägt Dynamo Dresden Greuther Fürth mit 2:0. Im Fokus steht dabei vor allem der neue Abwehrboss Thomas Keller (26).
Der Bundesliga-Verteidiger, der im Winter aus Heidenheim geliehen wurde, räumt in seinem ersten Spiel für die Schwarz-Gelben nicht nur hinten auf, sondern ist vorn bei Standards brandgefährlich. Nach einer Ecke von Alexander Rossipal nickt der Neuzugang zum 1:0 ein (35.).
Wohl kein Zufall: Mit ihm gelingt sofort das erste Dresdner Zweitliga-Spiel ohne Gegentor seit dem 16. April 2022 (0:0 gegen Holstein Kiel).

Nach Kellers Tor jubeln Vincent Vermeij (hinten) und Vorlagengeber Alexander Rossipal (vorn) ausgelassen
Foto: Olaf Rentsch
Nach der Partie redete Thomas Keller so entschlossen, wie er spielte, sagte zu BILD: „Wir wollten es unbedingt, weil es uns auch Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben gibt. Zu sehen, wir können die Null halten und sicher stehen, ist brutal wichtig. Das hat auch der Trainer vorher angesprochen.“
Der Blitz-Transfer, den Neu-Sportchef Sören Gonther (39) binnen zwei Tagen organisierte, schlägt voll ein. Trainer Thomas Stamm (42): „Thomas hat viele Zweikämpfe gewonnen, coacht und dirigiert sehr gut. Auch im Austausch ist er sehr klar. Du kriegst immer eine Meinung. Das tut uns gut, weil er andere Spieler neben sich besser machen kann.“
Entscheidend: Neben Keller gab Robert Wagner (22) im Mittelfeldzentrum ein gutes Debüt. Beide fanden die richtigen Momente, das Spiel auch mal zu unterbrechen, indem sie einen Ball in der Schlussphase auch mal ins Aus knallten und sich die Truppe so wieder sortieren konnte.
Keller: „Man braucht Klarheit, wann muss man den Ball mal schnell nach vorne bringen, wann draufsteigen. Wir hatten eine gute Abstimmung. Natürlich müssen ein bis zwei Sachen noch besser werden. Da kann noch nicht alles perfekt passen. Aber ich bin sehr zufrieden – auch in der Kommunikation.“
Dynamo KELLERt sich zur Aufholjagd!
Letztlich hilft auch sein Tempo. Anders als im Hinspiel (2:3) war Dynamo Dresden damit defensiv gegen Fürth nicht mehr überfordert. „Noel Futkeu war ganz schön schnell“, grinste Keller. Der Neun-Tore-Mann wurde dennoch locker in Schach gehalten.

Keller (re.) blieb eng an Fürths Top-Stürmer Noel Futkeu dran
Foto: Olaf Rentsch
Fast hätte Keller sogar einen Doppelpack geschnürt, hatte vorher schon bei einem Freistoß eine Riesengelegenheit auf dem Fuß. „Das ärgert mich – sehr sogar. Ich finde, diese erste Chance war größer als beim Tor. Ich kriege den Ball nicht ganz kontrolliert, dann sind sie zu zweit, zu dritt vor mir und es wird schwer.“
Trotzdem durfte er ja gleich vorm K-Block jubeln – und zwar bald nach dem Fanmarsch mit bis zu 3.000 Anhängern, die den Teambus durch ein Spalier fahren ließen. „Das ist schon etwas Besonderes hier und einer der Gründe, warum ich nach Dresden gekommen bin. Die Unterstützung der Fans auf dem Platz pusht extrem. Wir haben gezeigt, dass wir die Energie von den Rängen auch auf den Rasen bekommen.“

Hier fuhr der Teambus durchs Fan-Spalier zum Rudolf-Harbig-Stadion.
Foto: Olaf Rentsch
Jakob Lemmer, der neu auf links spielt, markierte mit einem Distanzschuss den 2:0-Endstand (50.). Dynamo sprang vor allem dank Keller eine Etage in der 2. Liga hoch. Obwohl man das schwache Greuther Fürth überholt, steht Dresden dennoch auf Platz 17 im ersten Untergeschoss zur 3. Liga. Und es warten demnächst noch größere Kaliber – wie beim Ost-Kracher in Magdeburg am nächsten Samstag…