Fehlstart ins neue Jahr: Trotz einer starken ersten Halbzeit mit vielen guten Chancen hat Preußen Münster gegen Karlsruhe 0:2 verloren.

Münster (gl) – Klares Chancenplus, eine Halbzeit lang die deutlich bessere Mannschaft, aber als Schiedsrichter Eric Weisbach die Partie nach 97 intensiven Minuten abpfiff, standen die Preußen-Profis mit leeren Händen da. Diese 0:2 (0:0)-Heimniederlage vor 10 231 Zuschauern gegen den Karlsruher SC zum Rückrundenstart in der 2. Fußball-Bundesliga fällt in die Kategorie „maximal bitter“. 

„Brutaler Doppelschlag“ von Wanitzek in der Schlussphase

Wenig bis gar nichts deutete am Samstagnachmittag an der Hammer Straße auf dieses Ergebnis hin – bis zur 78. Minute: Fehlpass von Preußen-Keeper Johannes Schenk, Abwehrchef Paul Jaeckel weiß sich nur mit einer Notbremse gegen Niclas Egloff zu helfen und sieht Rot. Den fälligen Freistoß zirkelt der bis dahin unauffällige Marvin Wanitzek sehenswert zum 0:1 ins Netz. Und in der 88. Minute stoppte Jano ter Horst den durchbrechenden Pinto Pedrosa – Elfmeter. Wanitzek tritt an und verwandelt sicher zum 0:2. 

Ein ganz bitteres Finale für den SCP, der die große Chance vergab, sich ein wenig von der roten Zone der 2. Liga abzusetzen. „Wir waren dem Sieg lange näher als Karlsruhe, und dann dieser brutale Doppelschlag“, haderte Preußens Sportdirektor Jan Uphues nach dem Schlusspfiff. Die Rote Karte gegen Jaeckel tut doppelt weh, weil der Abwehrchef im nächsten Auswärtsspiel in Paderborn gesperrt sein wird. „Der Schiedsrichter muss da keine Rote Karte geben, weil Kirkeskov noch hätte eingreifen können“, sagte Jaeckel zu seinem Platzverweis. „Aber bitter ist, dass wir uns wieder nicht für den großen Aufwand und die vielen Chancen belohnt haben.“

Klares Chancenplus in der ersten Halbzeit

Ja, dann kann man nicht widersprechen. Viele Chancen, keine Tore: Das 0:0 zur Pause war für Karlsruhe äußerst schmeichelhaft. Sechs gute Möglichkeiten verbuchten die Preußen, die beiden besten vergab Zidan Sertdemir (4., 19.), keine einzige der KSC. Münster verpasste es wie schon so oft in dieser Saison, sich für einen dominanten Auftritt zu belohnen und hatte dann auch noch Pech, dass der vermeintliche Führungstreffer durch Kapitän Jorrit Hendrix nach VAR-Check zurückgenommen wurde (50.). Schiedsrichter Eric Weisbach entschied so, nachdem Sertdemir seiner Meinung nach regelwidrig den Ball vom überragenden KSC-Schlussmann Bernat geklaut hatte. Eine strittige Szene, die ebenso wie der Platzverweis und der nicht gegebene Elfmeter nach Foul an Oliver Batista Meier (50.) gegen Münster gepfiffen wurde. Uphues: „Das waren für uns total unglückliche Entscheidungen.“ 

Viele Ausfälle – Preußen suchen Verstärkung für die Offensive

Die mangelnde Abschlusseffizienz und personelle Sorgen führen dazu, dass die Preußen im Winter-Transferfenster Verstärkung für die Offensive suchen. Mit Malik Batmaz, Oscar Vilhelmsson und Lars Lokotsch (Muskelfaserriss, sechs Wochen Zwangspause) fallen drei Stürmer verletzt aus. „Wir schauen uns um“, sagte Trainer Alexander Ende und betonte: „Ich glaube schon, dass wir mit unserem System mit zwei Stürmern und einem Zehner dahinter eine interessante Adresse für Offensivspieler sind“. Sein Fazit zum Spiel: „Dominante erste Halbzeit, bringt aber nichts, wenn wir es nicht finalisieren. Die letzte Facette hat gefehlt, Effektivität ist das Thema.“

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