
Der Karlsruher SC hat in der 2. Fußball-Bundesliga einen Sieg bei Preußen Münster eingefahren. Die Gastgeber waren lange das bessere Team, ein Platzverweis war dann der Knackpunkt im Spiel.
Beim 2:0-Auswärtssieg im Preußenstadion machte Marvin Wanitzek (79. Minute/88.) beide Treffer für den KSC, kurz vor dem ersten Treffer hatte Paul Jaeckel nach einer Notbremse (77.) die Rote Karte gesehen.
In der Tabelle kletterten die Badener mit 25 Punkten auf Platz acht und beendeten eine Serie von sechs sieglosen Spielen, Münster bleibt bei 20 Zählern, rutschte auf Rang 13 ab und schwebt damit weiter in Abstiegsgefahr.
„Heute ist wieder einer der Tage, wo am Ende ein Ergebnis steht, das das Spiel so nicht widergespiegelt hat. Es war eine richtig gute erste Halbzeit, wir haben uns Chancen herausgespielt, aber uns nicht belohnt“, sagte Münster-Coach Alexander Ende am Sportschau-Mikrofon: „Am Ende hat es der KSC geschafft und die Bälle finalisierend untergebracht.“
„Das war schon wichtig heute“, sagte KSC-Trainer Christian Eichner. Der Sieg sei trotz des glücklichen Spielverlaufs verdient gewesen: „Willkommen in der zweiten Liga. Natürlich hätten wir uns nicht beschweren können, zurückzuliegen.“ Mit Wanitzek habe man dann einen jener Spieler im Team, die den Unterschied machen könnten.
Münster in Halbzeit eins das bessere Team
Das Spiel begann mau. Die erste Chance hatten die Münsteraner. Zidan Sertdemir hatte 23 Meter vor dem Tor zu viel Platz und zog dann einfach mal ab. Der Schuss wurde von Jorrit Hendrix abgefälscht und ging haarscharf am linken Pfosten vorbei. Ansonsten spielte sich zu Beginn viel im Mittelfeld und zwischen den Strafräumen ab.
Sertdemir hatte dann in der 19. Minute plötzlich die Führung auf dem Fuß. Da tauchte er nach einem langen Diagonalball frei vor dem Kasten von Torwart Hans Christian Bernat auf, zog das Leder aber rechts vorbei – da war mehr drin für die Preußen. Und die kamen in Fahrt: Erst konnte Bernat einen satten Schuss von Marcel Benger gerade noch über die Latte bugsieren, dann setzte Benger bei der sich anschließenden Ecke völlig frei vor dem Tor den Ball aus fünf Metern knapp am linken Pfosten vorbei.
Bernat bewahrt den KSC vor Rückstand
Nach etwas mehr als einer halben Stunde musste sich Bernat erneut auszeichnen. Da konnte er einen abgefälschten Schuss von Hendrix so gerade noch um den Pfosten lenken. Später fand auch Paul Jaeckel bei einem Fernschuss seinen Meister. Münster war klar die bessere Mannschaft, aber an der Chancenverwertung haperte es. Der KSC hatte überhaupt keine gefährliche Möglichkeit in Halbzeit eins. Das 0:0 zur Pause war für die Badener deshalb schmeichelhaft.
Schiedsricher Weisbach nimmt Münsters Treffer zurück
Zu Beginn des zweiten Durchgangs waren die Karlsruher bei einer völlig chaotischen Szene im eigenen Strafraum im Glück. Denn da bekamen sie einfach den Ball nicht hinten raus, der irgendwie immer wieder bei einem Münsteraner und schlussendlich im Tor landete. Nach VAR-Hinweis und Ansicht der Bilder verweigerte Schiedsrichter Eric Weisbach dem Treffer aber die Anerkennung, weil Sertdemir Torwart Bernat den Ball wohl aus der Hand getreten hatte.
Karlsruhes Batista-Meier lässt Konterchance liegen
In der Folge gelang es dem KSC aber besser, die Gastgeber vom eigenen Tor fernzuhalten. Die Badener hatten mehr Ballbesitzphasen und erarbeiteten sich dann auch einige Halbchancen – vor allem durch Louey Ben Farhat.
Mitten hinein in diese kleine KSC-Drangphase fiel dann aber fast die Führung für den SC Preußen. Nach einem langen Ball nach vorne lief Oliver Batista-Meier frei auf das Tor zu, bekam den Ball aber nicht an Bernat vorbei.
Jaeckel sieht Rot, Wanitzek trifft
Doch insgesamt war der KSC mittlerweile gleichwertig, die Partie war ausgeglichen. Und sie nahm dann eine überraschende Wendung. Nach einem Fehler von Preußen-Torwart Johannes Schenk musste Jaeckel Lilian Egloff abräumen und sah wegen der Notbremse die Rote Karte. Marvin Wanitzek schlenzte den fälligen Freistoß aus 25 Metern über die Mauer ins Eck.
Der Spielverlauf war für Münster bitter. Die Hausherren waren über weite Strecken die klar bessere Mannschaft, brachten den Ball aber nicht im Tor unter. Dann gerieten sie in Unterzahl und in Rückstand. Und es kam noch dicker: Bei einem Konter wurde Rafael Pinto Pedrosa im Strafraum von Marvin Schulz gelegt – und Wanitzek verwandelte den fälligen Foulelfmeter.
Münster in Paderborn, Karlsruhe gegen Hertha
Münster ist am kommenden Spieltag am Sonntagmittag beim SC Paderborn zu Gast (13.30 Uhr). Karlsruhe empfängt am Samstagmittag Hertha BSC (13.00 Uhr).