Europa und auch die deutsche Bundesregierung müssen jetzt endlich ein Stoppschild setzen. Dabei geht es nicht um die von manchen voreilig aufgeworfene, gefährliche Frage, ob man bereit sei, gegen die USA in einen Krieg über Grönland zu ziehen. Wer aber spätestens jetzt keine klare Position bezieht, der schürt die Gefahr künftiger Aggressionen. Europa muss sich aus dem Würgegriff von Washington befreien.

Beschwörungsformeln wie die Gemeinsamkeitsappelle von Wadephul laufen ins Leere. Sie lassen außer Acht, dass die vorgeschobene sicherheitspolitische Argumentation der Trump-Regierung im Kern die gleiche ist wie die von Wladimir Putin in der Ukraine. Dem amerikanischen Präsidenten geht es im 250. Jubiläumsjahr der USA um eine massive Gebiets- und Einflusserweiterung, mit der er in den Geschichtsbüchern landen würde.

Längst plant er den Bau eines eigenen Triumphbogens im Herzen Washingtons. Es ist davon auszugehen, dass Trump die Absicht hat, sich am 4. Juli 2026 feiern zu lassen wie ein römischer Kaiser – als Herrscher über eine von ihm definierte Hemisphäre. Ein Staatsgebiet mit neuen Territorien und Teilreichen, wie die arktische Insel, die zur Europäischen Union und zur Nato gehört.

Trump sagt offen, dass ihn weder nationale noch internationale Gesetze oder Regeln stoppen könnten. Er fühlt sich nur seiner eigenen „Moral“ verpflichtet. Angesichts solcher Äußerungen und der dazugehörigen Handlungen ist es schockierend, wie still die Europäer, aber auch die Amerikaner, noch immer sind. Es ist, als lähme eine Mischung aus Angst und Taubheit jegliches Vertrauen in die eigenen Stärken.