Bayerns Kimmich (v.l.), Pavlovic, Tah und Olise jubeln

Stand: 17.01.2026 20:52 Uhr

RB Leipzig machte vieles richtig, um dem FC Bayern die erste Pleite der Bundesliga-Saison zuzufügen. München gewann dennoch haushoch mit 5:1 (0:1), weil der Gegner abgesehen von Romulos Führung (20. Minute) die Tore nicht machte und Riesenfehler beging, die Serge Gnabry (50.) und Harry Kane (67.) für ihre Treffer nutzten. Die Tore von Jonathan Tah (83.), Aleksandar Pavlovic (85.) und Michael Olise (88.) besiegelten das harte Leipziger Schicksal.


Sebastian Hochrainer

Als sich die beiden Teams zum bis dato letzten Mal getroffen hatten, eröffneten die Bayern die aktuelle Saison mit einer Machtdemonstration, die schon andeutete, wie eindrucksvoll die Hinrunde des Rekordmeisters werden könnte. Mit 6:0 hatte die Mannschaft von Vincent Kompany gewonnen, nach 17 Spielen kürte sie sich am vergangenen Mittwoch mit 47 Punkten und einem Torverhältnis von +53 zum bisher besten Team der Bundesliga-Geschichte nach einer Saisonhälfte.

RB überrennt den FC Bayern, aber nur Romulo trifft

Doch mit dem Start der Rückrunde endete die bayrische Dominanz – zumindest galt das für die erste Halbzeit in Leipzig. München war in der so unterlegen wie höchstens im zweiten Durchgang des Champions-League-Spiels beim FC Arsenal (1:3), als es die bisher einzige Pflichtspielniederlage in dieser Saison gegeben hatte.

Christoph Baumgartner vergab mit seinem Schlenzer knapp am Winkel vorbei die erste RB-Chance (3.), Manuel Neuer musste eine Minute später den nächsten Hochkaräter gegen Romulo abwehren (4.). Die größte Gelegenheit ließ Antonio Nusa liegen, als er den Ball nach der Vorarbeit des zu der Zeit überragendenen Yan Diomande aus kurzer Distanz am Tor vorbeigrätschte (7.). Wie man einen solchen Ball verwertet, zeigte ihm dann Romulo, der eine Flanke von David Raum zur hochverdienten Führung für die Gastgeber im Tor unterbrachte (20.).

Romulo bejubelt seinen Treffer zum 1:0 gegen Bayern.

München mit dem Ergebnis gut bedient, aber nicht mit Seiwalds Gelber Karte

Mit diesem Erfolgserlebnis hörte der Leipziger Offensivdrang nicht auf – im Gegenteil. Nusa lief nach einem Steilpass alleine auf Neuer zu, traf mit seinem Abschluss allerdings nur die Oberkante der Latte und vergab damit auch eine zweite außergewöhnlich gute Chance (24.). Eine weitere hatte Baumgartner noch in der 35. Minute, als er seinen Schuss aus fünf Metern nicht mehr kontrolliert genug abgeben konnte.

Die Mannschaft von Trainer Ole Werner spielte wie im Rausch, belohnte sich für den aber nicht genügend, als es trotz eines Expected-Goals-Verhältnisses von 2,45 zu 0,17 nur mit einem 1:0 in die Halbzeitpause ging. Allerdings hatte Leipzig auch Glück, dass es nicht ab der 28. Minute in Unterzahl spielte, denn Nicolas Seiwald hätte für ein sehr hartes Foul an Leon Goretzka durchaus Rot sehen können, weil er dem Bayern-Mittelfeldspieler mit dem ganzen Unterfuß in den Bereich der Achillesferse grätschte. Nicht ganz zu Unrecht tobte nicht nur Kompany an der Seitenlinie wegen der Entscheidung.

Bayerns Leon Goretzka (l.) wird von Leipzigs Nicolas Seiwald gefoult

Mit Gnabrys Tor sind die Bayern voll im Spiel

Doch auch in Gleichzahl fingen sich die Bayern und glichen das Spiel ganz schnell nach der Pause aus. Baumgartner verlor den Ball 30 Meter vor dem eigenen Tor an Dayot Upamecano, der sofort Gnabry bediente, dessen Schuss durch die Beine von Peter Gulacsi ins Tor ging (50.). München brauchte nur eine Chance, um wieder voll in der Partie zu sein.

Und ab diesem Moment drehte sich das Spiel. Erst hatte Olise kurz nach seiner Einwechslung per Hacke die Chance zum 2:1 für die Gäste (57.), dann konnte Gulacsi einen abgefälschten Schuss von Luis Diaz gerade so noch um den Pfosten lenken (58.). Kurz danach musste sich der RB-Keeper auch ganz breit machen, um den Grätschschuss von Kane aus kurzer Entfernung abzuwehren (61.).

Kane sagt „thank you“, Neuer hält riesig

Leipzig meldete sich mit einem Schuss von Romulo aus 16 Metern, den Neuer stark parierte, zurück (65.) – aber schadete sich dann erneut selbst. Nach einer harmlosen Flanke von Olise rutschte Ridle Baku völlig unbedrängt aus und hinter ihm wartete Kane, der sich die Riesenchance natürlich nicht nehmen ließ und aus sieben Metern sein 24. Saisontor erzielte (67.).

Nicht nur diese Szene zeigte, dass in der zweiten Halbzeit alles für die Bayern lief. Denn kurz nach dem Führungstreffer hatte Diomande die ganz große Chance auf den Ausgleich, seinen Vollspannschuss aus kurzer Distanz lenkte Neuer mit einem großartigen Reflex aber irgendwie noch über die Latte (72.). Es blieb dabei, dass Leipzig einfach zu wenig aus seinem guten Spiel machte.

München sorgt für einen bitteren RB-Abend

Bayern arbeitete aber auch vehement daran, die Partie frühzeitig zu entscheiden. Gulacsi parierte erst einen Schlenzer von Olise (80.), dann blockte Xaver Schlager einen Schuss von Gnabry aus fünf Metern im letzten Moment (82.). Die folgende Ecke führte dann zur Entscheidung, als Jonathan Tah die Hereingabe verlängerte und Orban hinter ihm den Ball ins eigene Tor beförderte (83.). Der Bayern-Verteidiger bekam den Treffer dennoch zugesprochen.

Leipzigs Diomande (l.) im Zweikampf mit Bayerns Ito

Zur Münchner Gnadenlosigkeit in dieser Saison gehört auch, dass ein solcher Abend für einen Gegner dann auch noch viel bitterer werden kann – und das passierte auch Leipzig. Auf Vorlage von Olise erzielte Pavlovic sogar noch das 4:1 (85.), das wohl erfreulichste aus Bayern-Sicht passierte aber unmittelbar danach: Jamal Musiala feierte sein Comeback – und nur Sekunden nach seiner Einwechslung bereitete er das 5:1 durch Olise vor.

FC Bayern gegen RB Leipzig – 11:1

So stehen unter dem Strich 11:1 Tore für den FC Bayern in zwei Spielen gegen Leipzig – das trotzdem eine Stunde lang die beste deutsche Mannschaft gegen den Rekordmeister war und ein deutlich besseres Ergebnis in Aussicht hatte. Die Frage, wer das Kompany-Team überhaupt stoppen soll, stellt sich angesichts dessen erst recht, der Rekordlauf in der Bundesliga geht auch in der Rückrunde weiter.

Fortgesetzt werden soll der am kommenden Samstag gegen den FC Augsburg (15.30 Uhr), zuvor soll ein Sieg am Mittwoch in der Champions League gegen Union St. Gilloise dem Klub den Achtelfinaleinzug bescheren. Leipzig will derweil auch am Samstag um 15.30 Uhr beim 1. FC Heidenheim in die Erfolgsspur zurückkehren.