Kurz vor Weihnachten wurde in der Londoner Kanalisation ein rund hundert Meter langer Fettberg entdeckt. Laut einem Bericht der britischen BBC nimmt die Beseitigung mehrere Wochen in Anspruch. Erst 2017 musste an der gleichen Stelle eine 250 Meter lange Blockade aus Fett entfernt werden, wie Der Spiegel berichtete.

Wir fragen: Wie sieht es in Karlsruhes Kanalisation aus?

Gastronomen müssen selbst Maßnahmen ergreifen

Auf Anfrage der Redaktion teilt ein Sprecher der Stadt mit, dass es in Stadtteilen mit hoher Gastronomiedichte gelegentlich zu Fettablagerungen in der Kanalisation kommt. Um das zu verhindern, schreibt die Entwässerungssatzung der Stadt für Gaststätten in der Regel den Einbau von Fettabscheidern vor. Diese Anlagen halten einen Großteil der Fette zurück, bevor sie ins Abwasser gelangen.

Eine Pfanne wird von Hand abgewaschen. (Symbolbild)

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Eine Pfanne wird von Hand abgewaschen. (Symbolbild)
Foto: Christin Klose/dpa-tmn

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Eine Pfanne wird von Hand abgewaschen. (Symbolbild)
Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Allerdings liegt die Verantwortung für Betrieb und Pflege bei den Anschlusspflichtigen: Fettabscheider müssen betrieben, unterhalten, bei Bedarf erneuert und regelmäßig entleert werden. Geschieht das nicht, kann der Abscheider überlaufen – und Fett gelangt zusammen mit dem Abwasser in das öffentliche Kanalnetz.

Fett in Kanälen richtet großen Schaden an

Dort verursacht es erhebliche Probleme: Fett ist zäh, haftet an den Innenwänden der Rohre und bildet Ablagerungen, die nur mit großem Aufwand entfernt werden können. Die Reinigung größerer Fettansammlungen gilt als besonders schwierig und ist mit hohen Kosten verbunden.

Um Störungen frühzeitig zu vermeiden, werden die Kanäle in Karlsruhe üblicherweise mindestens einmal pro Jahr gereinigt. Fettansammlungen werden dabei meist rechtzeitig entdeckt und beseitigt, bevor der Abfluss beeinträchtigt wird. Auffälligkeiten speziell an Feiertagen oder in der Weihnachtszeit wurden bislang nicht beobachtet.

Fischstäbchen brutzeln in der Pfanne. (Symbolbild)

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Fischstäbchen brutzeln in der Pfanne. (Symbolbild)
Foto: MIS

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Foto: MIS

Die Stadt verweist zudem auf die geltenden Vorgaben der Entwässerungssatzung: Von der öffentlichen Abwasserbeseitigung sind Stoffe ausgeschlossen, die den Betrieb des Klärwerks, die Schlammbehandlung oder die Abwasseranlagen beeinträchtigen oder gefährden können. Dazu zählen auch Fette, die beim Abkühlen erstarren – sie dürfen nicht über den Abfluss entsorgt werden.

Verursacher haften bei Fehlverhalten

Für Privathaushalte gilt: Fette und Öle in kleinen Mengen sollen über den Hausmüll entsorgt werden. Bei größeren Fettbelastungen im Kanalnetz können Verursacher unter Umständen über den Anschlusskanal eines Grundstücks ermittelt werden. Der Aufwand für die notwendige Reinigung kann dann dem Verursacher in Rechnung gestellt werden.

  • Franziska Gebhard

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